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I. F. Dieterich
München zurückgekehrt, sparte er sich von Portrütauf-trügen ein kleines Reisegeld zusammen, um zu Fußnach Italien zu wandern. Von Venedig aus, wo ersich länger aufhielt und einiges verdiente, wandte ersich an König Friedrich um eine Reiseunterstützung nachRom, die ihm denn auch im Betrage von 300 Guldengewährt wurde und ihm einen einjährigen Aufenthaltdaselbst nebst einem Abstecher nach Neapel erlaubte. Fürdie Rückreise freilich mußte ein Wechsel seines altenGönners Stecher in Biberach aushelfen.
Dieterich ging zunächst nach München, wo er in derFamilie des Ministers Grafen von Montgelas einigeBildnisse zu malen bekam. Im Mai 1816 stellte ersich wieder in Stuttgart ein und gab auf die Kunst-ausstellung dieses Jahres die Familie seines BiberacherWohlthüters und ein in Rom gemaltes Bild von mäßi-gem Umfange: Christus mit den Jüngern in Emmaus.Dieses Gemälde, jetzt in der Stuttgarter Staatsgalerie,macht mit dem klaren Ausdruck der dramatischen Situationund der reinen Stimmung seines milden Kolorits eineder schlichten evangelischen Erzählung vollkommen ent-sprechende Wirkung. Durch die Ausstellung wurde dasneue Herrscherpaar, Wilhelm I. und Katharina, auf denjungen Künstler aufmerksam. Die Königin ließ ihredamals in Stuttgart weilende Amme und später sichselbst') von ihm malen. Der König bewilligte ihm zu
') Im I. 1818. Das kleine Oelbild ist im StuttgarterResidenzschlosse. Vgl. Merkte Katharina Paulowna S. 95, woauch ein anderes Bildnis der Königin von ihm, im Besitze derMuseumsgesellschaft und in dem der Württ. Sparkasse erwähntist, das in einer Lithographie von F. F. Schmidt Verbreitung fand.