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K, I. Th. Leybold
Zeichnung. Als Motiv wurde aufgegeben ein neu-griechisches Gedicht „Charon", das sich in Über-setzung nebst einer Kritik der sechs von Stuttgart ein-gegangenen Bewerberarbeiten im Kunstblatt Jahrgang1826 Nr. 10 und 11 und in Goethes Werken (Hempel)Bd. 28 S. 568 f. findet. Goethe gibt dort der ZeichnungLeybolds unbedingt den Preis. Auch in einem Briefean Zelter i) äußert er sich darüber mit wärmster Aner-kennung in den Worten: „Nun war an fünf BlätternErnst und guter Wille nicht zu verkennen, wenn ihnenauch das Zulängliche durchaus abging; das sechstehingegen setzte gleich beym ersten Anblick in Erstaunenund man hört noch nicht auf, es zu bewundern, ob
man es gleich auswendig kann.-Dergleichen war
weder überhaupt, noch besonders von unserer Zeit zuerwarten. Der Künstler heißt Leupolt, lebt in Stutt-gart und gewinnt mit allen übrigen Malern sein Lebenmit Porträtiren." Der Besprechung im Kunstblattwurde eine Nachbildung der Zeichnung in verkleinertemUmriß, lithographirt von I. A. Mayer, beigegeben; sieinacht in der That die ungewöhnlich freudige Aufnahmeder Weimaraner erklärlich. Leybold scheint aber keinenVersuch gemacht zu haben, die Zeichnung in ein Oel-gemälde umzuwandeln, wie er denn überhaupt, wohlaus Mangel an Aufträgen oder Abnehmern, nur seltenüber Entwürfe und Skizzen hinanskam. Doch gewanner mit Porträtiren immerhin noch mehr als sein Leben— auch seinen Ruhm. Er hat Württemberg mit einerReihe von trefflichen Oelbildnissen bereichert, welche eine
0 Goethe Brief«, mit Zelter T. 4 S. 73.