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I. F. W. Müller
seiner Sache für hoffnungsloser ansehen, als in derNatur jener Uebergangsverhältnisse begründet war.Auch mit seiner Madonna-Platte gab es, nachdem siefertig war, noch allerlei Schwierigkeiten wegen desDruckes. Kaum hatte er sie in die Hände seines Ver-legers abgeliefert, der damit nach Paris reiste, um siedort drucken zu lassen, als seine Kräfte zusammen-brachen. Er verfiel in düstere Schwermut und bald invölligen Wahnsinn. Seine meist religiösen Phantasienund Visionen fanden zum Unglück noch Gläubige, wo-durch seine Aufregung gefährlich gesteigert wurde?)Man verbrachte ihn in die Irrenanstalt auf dem Sonnen-stein bei Pirna, aber aus falscher Schonung in diePrivatwohnung des Arztes Dr. Pienitz. Hier fand eram 3. Mai 1816 ein jähes Ende. In der Wahnvor-stellung, daß er in freier Luft nicht fallen, sondern unterhimmlischem Beistände emporschweben werde, soll er denWächter durch eine List entfernt und einen Sprungaus dem Fenster gewagt haben?) An eine dauerhafteGenesung wäre nach dem Ausspruche der einsichtsvollstenAerzte doch nicht mehr zu denken gewesen. Bei derLeiche des Meisters wurde ein wenige Stunden zuvoraus Paris eingetroffener tadelloser Abdruck seinerMadonna aufgestellt.
Das wunderbare Blatt fand bei den Zeitgenossen
H Wilhelm von KUgelgen Jugenderinnerungen eines altenMannes S. 276 ff.
2) Vgl. Hagen D. d. Kunst in uns. Jahrh. T. 1 S. 117bis 118. Die dortige Darstellung stimmt mit guten StuttgarterUeberlieserungen- Böttiger, Rapp und Pfeiffer (s. Quellen)schweigen Uber die Todesart.