I. F. W. Müller
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kupferstecher" — der erste war damals sein Vater —geehrt, aber es scheint nicht, daß der Versuch gemachtwurde, ihn dnrch Zuweisung einer Besoldung in Stutt-gart fest zu halten. Ueberdies fand ja Müller in Dresdendas Original seiner Madonna, an deren Vollendunger schon mit einer Art von religiöser Schwärmerei, da-neben aber sicher auch mit der schmerzlichen Ueberzeugungarbeitete, daß die Zugrundelegung der SeydelmannschenZeichnung ein großer Fehler war. So nahm er denn,um wenigstens die letzte Hand vor dem Originale selbstanlegen zu können, den Ruf freudig an und zog nochim Jahre 1814 mit seiner Frau und zwei Kindernnach Dresden. Ueber die Entwicklung seiner dortigenVerhältnisse sind nun aber die Nachrichten sehr dürftig.Auch die neueste, sonst so inhaltsreiche Biographie derbeiden Müller von B. Pfeiffer (s. Quellen) gibt kein ge-nügendes Licht. Es war wohl schon das bedenklich, daßMüller seinen Ruf nicht von einer regelmäßigen Regie-rung, sondern von dem durch die Verbündeten einge-setzten Generalgouvernement erhalten hatte, dem derrussische Generalmajor Fürst Repnin Vorstand. Als dannKönig Friedrich August I. von Sachsen im Jahre 1815nach Dresden zurückkam, erhielt die Kunstakademie indem Hofmarschall Grafen von Vitzthum einen neuenChef und erlitt mancherlei Veränderungen. Die Er-richtung einer Kupferstecherschule, wozu Müller berufenworden war, wurde in Frage gestellt. Bei seinerhypochondrischen Gemütsart mochte er sich durch dievorgenommenen Umwandlungen und Beschränkungen,wie sie die Lage des erschöpften und verkleinerten Landesmit sich brachte, tiefer gekränkt fühlen und die Zukunft