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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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I. F. W. Müller

jungen Frau, sie sei eines der lieblichsten Wesen, diesie kenne und habe eine himmlische Stimme.

Mit der Platte zur Sixtinischen Madonna hatteMüller noch im Jahre 1809 begonnen, aber er konntean diesem Werke nicht unausgesetzt arbeiten. Zu denleichteren Zwischenaufgaben gehört eine Lithographie, dieauf einem Blatte vereinigten Köpfe von Rafael undPerugino, aus dem Jahre 1809 und eine Radirungnach Eberhard Wächters Bild Hiob und seine Freundein der Stuttgarter Staatsgalerie; der Meister ließ abernach zwölf Abdrücken die Platte wieder abschleifen, weilsie ihn nicht befriedigte. Für die erste Gesamtausgabevon Schillers Werken (1812—1815) stach er dasBildnis des Dichters nach der Kolossalbüste von Dan-necker. Vier vermutlich um dieselbe Zeit gefertigteUmrißzeichnungen von Danneckers Ariadne wurden später,gestochen von F. Nahl, einem Aufsatz von HeinrichRapp über dieses Werk im Kunstblatt (Jahrgang 1817S. 1) beigegeben. Von 1810—1813 machte er auchnach einer eigenen Zeichnung von Rafaels Wand-gemälde im Vatikan den mit der Bezeichnung „DerSündenfall" ausgegebenen schönen Stich, der sich durchbesondere Schlichtheit der technischen Mittel auszeichnet.In jene Zeit fällt wohl auch das Brustbild des Philo-sophen und Dichters Johann Georg Jacobi, für dessenWerke nach Johann Zoll gestochen.

Eine vielverheißende Wendung in Müllers Lebens-gang brachte das Jahr 1814; er erhielt einen Ruf alsProfessor der Kupferstecherkunst an die Akademie inDresden. Sein Landesherr, König Friedrich, hatte ihnzwar im März 1813 durch den Titel: „Zweiter Hof-