I. F. W. Müller
237
Kopie in halber Größe, die aber unvollendet blieb.Im Frühjahr machte er auch einen Ausflug nachNeapel und ging dann von Rom über Mailand unddie Schweiz nach Stuttgart zurück, wo er im August
1809 ankam.
Die im Februar desselben Jahres ausgegebenenAbdrücke seiner Johannes-Platte hatten inzwischenihren Weg überallhin gefunden; sie genossen namentlichvon seiten der Frauen eine fast schwärmerische Verehrung.Müller ließ im Jahre 1812 die Platte durch seinenSchüler Martin Eßlinger unter seiner Aufsicht neu be-arbeiten. Die Einladung der beiden Boisseree, für ihrKölner Domwerk zu stechen, lehnte er wie sein Vaterab, blieb aber mit denselben in freundschaftlicher Ver-bindung. Mit Sulpiz Boisseree reiste er im August
1810 nach Heidelberg. Es war wohl ans der Rück-reise von da, daß er in Karlsruhe den Dichter Hebelkennen lernte und sein Bildnis, das er später stach, nachdem Leben zeichnete. Auch der Schweizer Johann JakobLips machte nach dieser Zeichnung einen Stich ingrößerem Formate.
Obwohl noch ohne jede Anstellung, durfte Müllerjetzt schon seinen Lebensunterhalt für gesichert ansehen.Er hatte sich im Sommer 1811 mit Henriette Rapp,der Tochter von Heinrich Rapps Bruder Gottlob Fried-rich, die im Danneckerschen Hause auferzogen war, ver-lobt und führte sie am 15. Oktober dieses Jahres alsGattin heim. Charlotte von Schiller H rühmt von der
') Briefs von Schillers Gattin an einen vertrauten FreundS. 273 f.