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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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I. B. Seele

dei^ Karlsschule, das Zeugnis, daß er besonders vorlautgewesen und einmal Strafe erhalten habe, weil er inder Kirche dem Pfarrer, der ihm zu lange gepredigt,Amen zugerufen habe.

Um jene Zeit entstand unter den KunstzöglingenUnzufriedenheit über allzu viele Verwendung bei deko-rativen Arbeiten an den herzoglichen Bauten. Dazukamen aufgeregte Stimmungen in der ganzen Karls-schule, die durch die französische Revolution hervorgerufenwaren. Im Dezember 1791 floh der MalerzöglingJosef Anton Koch >) aus Tirol (1768—1839), derbekanntlich später in Rom ein berühmter Maler wurde,nach Straßburg und schickte von dort seinen Zopf andie Anstalt zurück — ein höchst beunruhigendes Sym-ptom für deren Leiter. Seele geriet in den, wie erselbst gesteht, nur zu wohl gegründeten Verdacht, gleich-falls durchbrennen zu wollen. Er leugnete zwar ineinem Verhöre, das am 5. März mit ihm und seinemMitverschworenen, dem Malerzögling Karl GottliebSchweikert, angestellt wurde, den ihm schuld gegebenenheimlichen Verkehr mit Koch und zog jede Absicht einesFluchtversuches in Abrede. Dabei gestand er aber doch,daß er seinem Vater schon längst den Wunsch vorge-tragen habe, die Akademie verlassen zu dürfen, da erstatt des Arabeskenmalens sich in seiner Kunst mehrvervollkommnen wolle. Sein Vater habe ihm auchversprochen, auf Ostern durch seinen Fürsten seine Ent-lassung zu bewirken. Am 6. Mürz entwich Schweikert

st S. auch bei Nr. XIII. C. F. (k. Wächter u. X VIII. ähr.K. Schick.