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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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N. F. Thouret

die Dürftigkeit der dekorativen Ausstattung, welchefreilich zum großen Teile auch auf die ängstlicheSparsamkeit seiner staatlichen und bürgerlichen Bau-herren gesetzt werden muß; später, wie bei dem Wild-bader Badgebäude, ging er zum romanischen Stilund, zumal in seinen Privathüusern, auch zur italienischenRenaissance über. Für alle Zeit bleibt zu bedauern,daß es dem kenntnisreichen und schaffenslustigen Meisternicht vergönnt sein sollte, seine Kunst an einem großenTheater- oder Konzertgebüude, worauf seine Gedankenund Studien bis zu seinem Alter unablässig gerichtetwaren, im Großen zu erproben und in der Hauptstadtzu verewigen.

Einer der populärsten Männer seiner Zeit imganzen Lande Württemberg wurde Thonret durch diefreudige Ueberraschung, die er Jahrzehnte hindurch demzum Eannstatter landwirtschaftlichen Fest zusammen-strömenden Volke mit immer neuen Formen und Farbender mit Feldfrüchten, Obst und Trauben überkleidetenFestsäule bereitete. Im engeren Kreise war er alsein in seiner Kunst wohlunterrichteter, witzig undanschaulich erzählender Gesellschafter beliebt, dessen Wesen„eine eigene Kunstheiterkeit, ein geläuterter Humorumschwebte". Thouret starb am 17. Januar 1845 zuStuttgart. Aus seiner Ehe mit einer Tochter desMetzgerobermeisters Spindler entstammte ein Sohn Paul(geb. 1814, gest. 1874), der sich als vorzüglicherTheatermaler in Stuttgart und darüber hinaus einenrühmlichen Namen erworben hat.