N. F. Thouret
einem Stadtthor „von seinem soliden Studium derArchitektur". Goethe, der später mit ihm und Scheff-auer das Residenzschlos; sah, mochte auch an demwohlgebildeten Aeußern und an der munteren Unter-haltung des jungen Mannes Gefallen finden. Erempfahl ihn in Weimar zu einem Gutachten für denUmbau und die dekorative Ausschmückung des damalsnach dem Brande von 1774 wieder eingerichtetenResidenzschlosses. Zweimal, vom Juni bis Oktober 1798und wieder vom Dezember 1799 bis Februar 1800,verweilte Thouret in Weimar und leistete dort unterBeiziehung anderer Stuttgarter Künstler, des BildhauersJsopift, des Malers Heideloff'ft und der StukkatorenFriederich und Hoffmann nützliche Dienste, sowohl imSchlosse, als bei einem Umbau des Theaters. Goethestand, wie seine Tagebücher und Briefe ausweisen, mitihm wahrend dieser Zeit auch in freundlichem brieflichemVerkehre. Weniger gut scheint sich der Künstler mitdem Geschäftsleiter des Bauwesens, Geh. Rat von Wol-zogen, vertragen zu haben; er kam außer Verwendung,ehe der Schloßbau zu Ende geführt war 3).
Von seinem Landesherrn erhielt Thouret umdieselbe Zeit den Auftrag, das dem LudwigsburgerResidenzschlosse gegenüberliegende Parkschlößchen Favorite(1718 durch Paul Retti vollendet) ganz neu einzurichtenund wurde dafür im Jahr 1799 (oder 1800) durchdie Ernennung zum Hofbaumeister belohnt. In dieser
ft S. Nr. VIII. PH. I. Schessauer S. 70. Anm. 1.ft S. Nr. XII. G. H. Rapp S. 186. Anm. 1.ft S. darüber Schöll Weimar's Mcrkw. S. 321 u. Lit.Nachlaß der Frau Oaroline von Wolzogen Bd. 1 S. 466.