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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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I. H. Dannecker

nicht, bis der Staat, seiner Verpflichtung zur Kunstpflegeeingedenk, im Jahre 1829 eine Kunstschule, zunächstals Abteilung der Real- und Gewerbeschule eröfsnete.Dannecker wurde — wie hätte das anders sein können —ihr erster Vorstand, während Rapp für seine Verdiensteum ihre Errichtung durch Aufnahme in deren Schul-rat belohnt wurde, freilich beide nur noch zu kurzerWirksamkeit.

In dieser, später zur selbständigen Kunstschule er-hobenen und mit den Staatssammlungen in einemeignen Neubau vereinigten Anstalt pflegte DanneckersLieblingsschüler Wagner die Richtung des Meisters fort,aber nicht ohne einen Schritt zu thun, den ihm dieserselbst, immer Freiheit liebend und Freiheit gönnend,gewiß nicht verübelt hätte; er betrat, wie Sie an denReliefs der Jubiläumssäule sehen, den von Schadoweröfsneten und von Rauch dauernd gebahnten Weg derVersöhnung klassizistischer und historisch-realistischer Kunst.Auf dem gleichen Boden weiterschreitend, zwingt jetztein jüngeres Geschlecht, vor allem Wagners Nachfolger,Adolf Donndorf, ein ausgezeichneter Vertreter der Rauch-Rietschelschen Schule, die Welt, auch au Stuttgart zudenken, wenn von hervorragenden Leistungen der Bild-hauerei in der Gegenwart die Rede ist.

Ob aber je wieder ein Künstleratelier für unsreStadt das werden kann, was das Danneckerhaus untenam Schloßplatz für das Stuttgart der alten Zeit ge-wesen ist? Dort, in der im Jahre 18«>9 mit einemmusenfrohen Symposion eiugeweihten eigenen Heimstätte'empfing der um seines liebenswürdigen Humores undaufgeschlossenen Gemütes willen in allen Stünden hoch-