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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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P. I. Schefsauer

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sonst den Künstlerbiographien zum belebteren Eingangdient: der Widerstand eines ehrbaren Vaters, der heim-liche Vorschub einer verständisvolleren Mutter und zuletztein kühner, eigener Entschluß, wie etwa TanneckersOsterfeststreich. Wir wissen nur, daß der fürstlichePädagoge Herzog Karl auch dieses Talent, wie somanches andere, für die Kunst gerettet hat. Er nahmden Jungen, dem seine Eltern sonst schwerlich eineKünstlerlaufbahn hätten erlauben können, am 22. Mai1772 in die Militärpflanzschule auf der Solitüde auf.Die künftigen Bildhauer wurden dort als „Stukkator-knaben" zwar, wie Dannecker erzählt, nicht sehr zartbehandelt, aber von zwei in ihrem Fache sehr tüchtigenMännern, dem Hofbildhauer oder Hoffigurist Adam Bauerund dem Hofstukkator Joh. Valentin Sonnenschein gutausgebildet.

Die Militärpflanzschule nahm allmülich die schonim Jahre 1761 gegründete Jcuclvinie des ^rts insich auf, wurde im Jahre 1773 zur Militärakademieerhoben, und im Jahre 1775 nach Stuttgart verlegt.Von dieser Zeit an erhielten die eigentlichen Künstlereine bessere Vorbildung und auch eine etwas höheresoziale Stellung in der Anstalt. Tie leitende Persön-lichkeit unter den Kunstprofessoren war der Maler NikolausGnibal, ein Lothringer von Geburt, schon seit 1749 imherzoglichen Dienst. Als Schüler und Verehrer vonRafael Mengs beförderte er in Stuttgart den Ueber-gang vom Rokoko zum klassischen Zopf, einer klassizistischenRichtung ohne die gründlichen Studien der späterenKlassizisten; sie war bei uns in der Bildhauerei schondurch den im Jahre 1766 entlassenen Hofbildhauer