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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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P. I. Scheffauer

Künstlerlerikon oder in den Geschichten der neuerenKunst über ihn unterrichten wollte, erhielt keine ge-nügende Auskunft. Ich darf deshalb hoffen, den heutigenAbend in einer Ihnen nicht unwillkommenen Weise aus-znfüllen, wenn ich ein Bild seines Lebens und Schaffenszu entwerfen und sein Verhältnis zu Dannecker klar zustellen suche.

Philipp Jakob Scheffauer war, wie Dannecker, einStuttgarter Kind, geb.den?.Mai 1756, also um zweiJahreälter als dieser. Der Vater, Antoni Scheffauer, dienteHerzog Karl als Haiduck; die Mutter, Anna Barbara,war eine geborene Friedmann. Nach einer Ueberlieferungbei den Nachkommen stammte Antoni nicht aus Württem-berg. Der Familienname und der Umstand, daß derSohn, also auch wohl der Vater katholisch') war,weisen ans Bayern oder Oesterreich hin, wo der Orts-name Scheffau nicht selten ist. Das Werbesystem brachtedamals die deutschen Stämme fast noch mehr zu- unduntereinander, als heutzutage die Eisenbahn.

lieber die ersten sechzehn Jahre des jungen Scheffauersind wir ohne jede Nachricht. Vermutlich ging er, wieder Stallknechtssohn Dannecker, bis zum dreizehnten Jahrein die Volksschule. Aber wie füllten sich ihm die nächstendrei Jahre aus? Wann regte sich in seiner Hand undSeele der Drang zur Kunst? Wie äußerte sich der-selbe? Wer hat auf ihn geachtet? Auf alle dieseFragen haben wir keine Antwort. Es fehlt auch, was

') Wagner Gesch. d. h. Carlssch. Bd. t S. 362 gibt nachScheffauers Nationallistc richtig „katholisch", dagegen ebenda S. 458„evangel. Kauf." In Briefen an seinen Schwager, Pfarrer Heigclin,nennt sich Scheffauer wiederholt katholisch.