I. G. Müller
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Zweiundsiebenzigjährige mußte, das ist an diesem Blattnicht zu verkennen, den Stichel jetzt niederlegen.
Aus seiner .Kupferstecherschule, welche zu Anfangdes neuen Jahrhunderts von der Akademie in die so-genannte Alte Kanzlei gegenüber dem Alten Schlosseiibersiedelte, waren zwar auch in der zweiten Ge-neration noch tüchtige Künstler hervorgegangen, wieAug. Seyffer, Alois Keßler, Joh. G. Raber, Joh.Pleik. Bitthäuser, Joh. Konr. Ulmer, Karl Barth,Gottfr. Rist u. n., doch keiner von der Bedeutung seinesFriedrichs, dessen jäher Verlust im Jahre 1816 ihn alsVater und Lehrer gleich hart getroffen hatte. Auch einjüngerer Sohn Eduard Christian, geboren 1798, eintalentvoller Maler, aber von melancholischer Gemüts-art, wie Friedrich, fand auf einer Erholungsreise in dieSchweiz am 1. Mai 1819 in Zürich einen freiwilligenTod. Der Vater stiftete ihm ein kleines Denkmal, indemer ein jugendliches Selbstporträt desselben vom Jahre1817 stach und an die Freunde des Hauses verteilte.
Die Gewöhnung an rüstige Arbeit und wohl auchdie Hoffnung, darin Trost zu finden, ließen den greisenMeister noch einen neuen, aber weniger anstrengendenKunstzweig ergreifen, die Lithographie, welche damalszu Stuttgart in einer von den Gebrüdern Boisseree ge-gründeten und von Joh. Nep. Strirner geleiteten Anstaltzu großer Blüte kam. Müller, der merkwürdigerweisenie ein Mitglied des Hauses Württemberg durch einenKupferstich verewigt hatte, machte zuerst im Jahre 1818 (?)ein Bildnis der edlen Königin Katharina, nach der Er-innerung, wie erzählt wird, später das von König
Wintterlin Württembergische Künstler. 4