Druckschrift 
Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
Seite
38
Einzelbild herunterladen
 

38

I. G. Mütter

und seine Militärakademie von der Solitüde verlegthatte. Auch die ^cmclGnio das Jacks war nach Stutt-gart versetzt und dem Gesamtorganismus der Militär-akademie einverleibt worden. Müller errichtete jetzt mitdem Titel eines Urainier Oravenr «la 80 » ckitasss undProfessors der Kupferstecherkunst als besondere ( 8 .) Ab-teilung der Kunst die Kupferstecherschule. Sein Gehaltvon 1000 Gulden war für jene Zeit nicht eben un-ansehnlich ; aber hart für ihn war, daß es nicht gelang,einen zweiten Lehrer für die Anfänger, noch auch einenausgebildeten Kupferdrucker für die neue Anstalt zu ge-winnen. Er mußte deshalb selbst diejenige Zeit, die erunter anderen Umständen wohl für eigene Arbeiten Hütteverwenden können, im Dienste der Schule verbrauchen.Wir kennen aus jenen ersten Jahren nur ein einzigeskleines Blatt von ihm, die für Lavater im Jahre 1778nach Müllers eigener Komposition gefertigte, ungemeinwirkungsvolle Radirung „Der heilige Hieronymus",welche übrigens keine Stelle mehr in Lavaters Frag-menten fand.

Es mochte daher für den jungen Professor keinekleine Versuchung sein, als ihn im Jahre 1779 dieösterreichische Regierung durch Vermittlung des Kunst-händlers Artaria in Wien nach Mailand rufen wollte,um dort unter Bedingungen, die er selbst Hütte stellendürfen, ein Kupferstecherinstitut zu gründen. Vielleichtaber war die Versuchung noch größer, als ihm in dem-selben Jahre sein Gönner I. B. M. Pierre, der Direktor derPariser Akademie, schrieb: „Wann werden die UmständeIhnen gestatten, hieher zu kommen und uns zu besuchenund selbst in Frankreich sich nieder zu lassen ? Wir haben