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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
Entstehung
Seite
3085-3086
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kitten in den Gold-Beutel steckte, undauf dem nächsten Corot»«» wieder her-ausnahm e), wobey sie einander dieHände gaben, Feuer und Wasser mitberührten, und was der Cerimonienalle mehr waren d). Hierbey aber wa-nn die Frauen entweder Matrona , oderMatres familias , jenes, wenn sie denMann nahm Kinder mit ihm zu zeugen,mithin Mutter zu werden, und bey ihmauszuhalten; dieses aber, wenn ebennicht auf die Kinder, sondern nur daSRegiment der Familie gesehen wurde;öderes war Matrona, eine Ehcfmu,die aber keine Kinder hatte, und Ma-terfamilfas, wenn sie dergleichen hattet), wiewohl doch andere auch wollen,daß keine Materfamilias heissen kön-nen, die keinen Sohn gehabt, noch aucheinige Witwe, weil sie keinen Patremfamilias mehr gehabt habe 5). Siewar aber hierbey in man», oder derGewalt ihres Mannes, daß sie ohnedessen Einwilligung weder ein Testa-ment machen, noch einen ContraLbschließen kirnte; iedoch war sie den-noch auch omnium sacrorum ac rerumparticeps , wobey fle sowohl Herrin,als er Herr im Hause war, dessen-ther mit erdete, und zwar alle, da keineKinder da waren, und hieß oder warder Mann C«i, so hieß und war sieCaia g), welches fast soviel heissenwill, als daß eins so gut als das an-dere gewesen sey. Indessen hatten siedoch die Freyheit, sich meist m ihrenVochausern, da sie olles, und alle wie-derum sie sehen kunten, aufzuhalten,und ihre Weberey und andere weiblicheArbeit da zu verrichten H); frey auszu-sehen, die Tempel zu besuchen, mit beyden Gastereyen zu seyn i); und ihresLebens so gut, als etwa» eine ehelicheFrau bey uns, zu geniessen. Alleinließ sie sich auch zuin Ehebruch verlei-ten k), oder sich insonderheit beliebenWein zu trincken, wurde sie hart genuggezüchtigel I) i wogegen sie anderes süsseüund annehmliches Gclräncke brauchenmochte, wie sie wölke; lebetc sie abersonst verkehrt, oder gab auch dem Man-ne nur Ursache zu einigem Argwohne,

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kutite sie auch einen Scheibebrief be-kommen ; iedoch aber den erfodcrtenUmständen nach, dem Manneden Kauffwohl auch aufsagen m>. So liehe auchwohl ein Mann dem andern seine Frau,wenn er gern Kinder von einer habenwolte n), geriechen sie aber in Zanck,so giengen sie in den Tempel der De*Viriplaca, sagten da einander die Wahr-heit, und giengen damit, als vertrage»,wieder heim o). Zwey Weiber durfteeiner zugleich kcinesweges haben, son-dern es stund der Hals darauf, wo sichdessen einer gelüsten ließ p); wie dennnicht einmahl eine Neben - Frau oderConcubine erlaubet war g). Hinge-gen wurde es einer Frau auch übel ge-deutet, wenn sie nach des ersten Man-nes Tode wieder hcyrakhcte r), oder ihnnicht geziemende Zeit »betrauerte s),wofür sie einst mit ihm auch in einGrab kam r); und da einer keine nch.men wolte, muste er jährlich ein gewissesGeld geben, so Vxorium hieß, und zu-erst von den Cenioribu? JVt. Fur. Ca-millo und M. Postumio A. V. 350 ein-geführet worden «ar u).

a) Legg. XII. Tabb. ap. Gell. & Si-gon. de Antiquo Iure C. R. lib. /»c. 0.

b) Dion. Hai. Plin. Tac. ap. Sigoa./. c.

c) Varro ap. Sigon. l.c.

d) Mercerus ad Alex. ab Alex. lib.

II. c. f. '

e) Serv. ap. Godofr. Ant. L, L. pag.

/M.

f) Festus in Mater famili*.

g) Dion. Halic. ap. Sigon. l.c.

h) Vid. Atrium.

i) Nepos Preefut.

k) Vid. Adulterium.

l) Vid. Vinum.

m) Vid. Diuortium.

n) Plutarch. Cat. min. c. /0.

o) Val. Max. lib. II. c.t. n./S.

p) Plutarch.«p. Pitisc. in Vxor. Strab.

lib. XL

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