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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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3051-3052
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so daß man auch will, es habe solchenur von der Unwissenheit der Rich-ter hergerühret c). Nichts desto weni-ger wollen aber doch auch einige, ehe esmit einem Menschen zum wircklichenVerbrennen gekommen, habe man ihn"st zu todte gesteiniget, und hernach nurbesten Cörper verbrannt 6).

s) Tac. Iuuenal. Sulp. Seuer. apud

Kipping. Antiqu. Rom. Ub. II. c. 7.

§ 4-

b) Lucret. Plaut.Lambin.Gifan. ap.

eumd. l.c.

C) Iken. Antiqu. lud. P.II. c.s. §. so.

& Goodwin. Mos $ Aar. lib. V.

c. 7. §. 14.

d) D. Tob. Wagner ap. Rechenb.

Hierolex. in Viuicomburium.

VLNA, eine Elle, war eigentlich,was man ietzo eine Klafter heißt, nehm-lich so weit man beyde Arme aussperrenkunte a), wogegen es andere für einer-ley mit einem Cubito halten b), welche«s auch besser zu treffen scheinen, weilVlna vorn Griechischen «a»* herkömmt,das auch einen Cubitum bedeutet c), al-so heißt auch in der Teutschen Bibel be-ständig eine Elle, was nach dem Latei-Nischen, Griechischen undCbraifchen Cu-litus heißt. f. Cubitus Hebraicus.

a) Seruius ad Virg. Ecl.lll. v.ioj.

b) Sueton. ap, eumd. I. c.

e) Seruius ad Virg. Georg. lib. III.

V -3SS-

VMBELLA war ein Blech, wie«in halber Mond, das über die Köpfeder Statuen gemacht wurde, damit dieVögel sich nicht drauf setzten und sie be-schmeisseten a). Allein es hieß auch so«in Schirm, den man bey den Schau-Spielen über sich hielt, so wohl wenn«s regnete, als auch die Sonne einembeschwerlich war b), dergleichen ietzo dieParasols sind. Und solche musten son-derlich auch die Mägde über ihre Frauenhalten, wenn sie im Regen oder in derSonne giengen c).

a) Kipping. Antiqu. Rom. lib . I. c. 6.

§- 7 . ^

b) Martia Ü'lib.XL Epigr.pj. W

c) Ouid. de Art. lib. II. V.20Q.

VMBILICVS war ein dünner

runder Stab von Crder», Erlen-oder

VMB

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Buchsbaum und dergleichen schönenHoltze, oder auch wohl von Elfenbeine,worauf die Alten ihre Bücher rolleten a).Er war so lang, als das Buch breit war,und weil er, wenn solches zusamme ge-rollet war, mitten in selbiges hinein kam,glich er einiger Massen auf beyden Sei-ten einem Nabel b). Er kam also zuEnde des Buchs, und daher heißt librumad vmbilicum adducere , so viel, als esbis zu Ende bringen, vollenden c); oft.Mahls aber wurde auch noch ein ande-rer dergleichen Stab zu Anfang desBuchs gemacht, darbey man solches imLesen desto besser halten und machen kun-te, daß es nicht mit den Ecken von obenund unten her zusamme liess, das Gele-sene auch auf solchem Stab wieder auf-wickeln, und vom andern mehr aufrollenkunte d). An dem innern oder letztemStab wurden zu beyden Enden aberauch Knöpfe oder Puckel zur Zierath ge-macht, UNd diese hiessen Cornua , Gr.dKgofKpJxui, welche denn mit Gold, Sil-ber oder sonst auf eine andere Art aus-gezieret wurden e), und solche werdendenn auch tropice dann und wann fürdas Ende des Buchs genommen k).

a) Porphyrio ad Horat.Epod.XllII.v. 8.

b) Hugo de prim. firib. Orig. c.24.P-SP4

c) Horat. /. c.

dj Stat. lib. ////. Silv. 4. v. 7.

e) Tib. lib. III. Eleg.i. v. /3. Ouid.Trist. lib.I. El.t. v.8. & Trotz.ad Hugon. I. c. p. sq6 .

f) Martial. lib. XL Epigr.108.

Vmbilicus Vrbis war eine Gegend zu

Rom in der vm Region a), woselbst derMittel-Punckt von der Stadt seyn sol-le, wie etwa« der Nabel am menschli-chen Leibe ist b). Hieselbst stund dennauch das Milliarium aureum, von deman, als dem Genm> von Rom, die Wei-te der Oerter im Römischen Reiche,nach gemeiner Meynung, gezehlet wur-den cj, da es sonst wahrscheinlicher ist,daß man dir Meilen erst von dem Tho-re der Stadt an gezehlet, obwohl dieMeilen - Weiten auf besagtem MiUiarioverzeichnet stunden.

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