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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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3041-3042
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gchr in Gegenden, dahin nicht leicht einManns-Dolck kommen kunte, wohläb.r hatten sie beständig eine meist be-jahrte Bedientin um sich, die ihnen dieZeit mit vertreiben helfen, allein auch aufsie Achtung geben Muste b), dergleichenauch wohl Verschnittenen anvertrauetNurde, wiewohl beydes oft übel genuNH,«eil diese wohl thaten, was sie verhü-ten sollen c), jene aber sich durch Ge-schicke bestechen und dahin verleitenliessen, was ihren Frauen und Jung-frauen keine Ehre brachte d). Kamensie indessen auf die Gasse, so giengen siemit einem Peplo bedeckt, so zwar bunt,nicht aber geblümt war, weil sie von dieserArt die Huren trugen e). Bey denSpartanern giengen sie nicht nur mitdem Gesichte frey und unbedeckt, son-dern hatten anbey Kleider, die nicht al-les geziemend bedeckten, was der Wohl-stand erfoderte, übeken sich anbey auchfrey imWettlauffen, Ringen, Werfenti. d. g. 0. Und ob wohl anfangs da-her nichts böses entstund, so ergab essich doch auch mit der Zeit in sofern, daßdie Spartanischen Jungfern eben keinsonderlich gutes Lob behielten g).

a) Nep. Präs.

b) Museus Erotopeegn. V. 187 . $$

Pfeiff. Antiqu. Gr. lib. II. cap. fq.

p. 3 f 4 .

c) Pfeiffer. /. c. cap. tf,

d) Id. /. c. cap. $6.

e) Nonn, Dionys. lib. VII. V. 30. &

Pfeiffer. /. c.

f) Plutarch. Lycurg.

g) Id. Apophtb. Lacon. c.QQ.ap. Pfeiff.

/. c. cap. <;2.

Sey den Römern hatten sie auchmehr Freyheit, als bey den Akheniensern,weil sie hier alle weibliche Arbeit verrich-ten, auch, da sie noch klein waren, indie öffentlichen Schulen giengen a). Sowurden ihrer auch denn und wenn alle-mchl aychie noch Vater und Mutter ha-»n musten, gebrauchet, daß sie mitGingen und!antzen durch die Stadt derlunoni Regine ihren Dienst abstattenwüsten b); dergleichen auch geschahedey den Ludis secui aribus , ba ihrer ebensiel, allein in z Chören, das Lob deru»an», wie eben so viel Knaben das

Lob des Apollini? besungen c), ohnedaß von ihnen auch die Vestalischen undSaliarischen Priesterinnen genommenwurden, von denen unter Vestales Vir-gines und Salia ein mehrers zu sehen.Indessen giengen sie doch auch erst mitverdecktem Angesicht auf den Gassen, soaber hernach abkam d). Vor ihrenSchlaf - Kammern schliefen besonderedarzu bestellete Mägde e), und, da sieins Bad giengen, badeten sich auch dieJungfern allein, die Weiber aber auchallein (). Solte eine hingerichtet wer«den, kunte es ihr, als einerJungfer, nichtwiederfahren, sondern sie wurde erstselbst von dem Lamisice ihres Standesentsetzet g), wobey aber die sonst klugenRömer gewiß auch ingesamt einen hen-ckermaßigen Verstand erwiesen haben.

a) Alex ab Alex. lib. II. c. 2;.

b) Uv. lib. XXVII. c. 37.

c) Horat. lib. /. Od. 2/. & Carnt. Se-cttlar. adiüudque Delprez /. c.

d) Barth. Adv. Üb. VIII.cy. XXXXIt.c. /7. _

e) Martial. Capell. ap. Pitifc. in Vir»gines.

f*) Hieron. ap.eumd. l.c.

g) Sueton. Tib. c. 61. Tac. Annat,lib. V. c.q.

Bey den Teutschen wurde mit denJungfern nicht viel Wesens gemacht,indem sie mit und unter den andern Kin-dern ohne einige Cerimonien aufwuchsen,und wie zwischen Herrn und Knecht dar«bey kein Unterscheid war, also war auchkeine zwischen Frauen, Jungfern undMazda). Um eine nette Kleidung moch-ten sie auch nicht groß bekümmert seyn rsondern giengen vermuthlich, wie dieFrauen meist in Leinwand mit roth ver-brämt,woran sie keine Ermel trugen, son-dern mit den Armen und auch sonst gutentheils bloß giengen b). Sie pflegtensich anbey mit den jungen Putschen inden Flüssen frey und ohne einigen Nach-theil zu baden c), ohne daß man dochhöret«, daß daher etwan ein ungezie-mendes Betreiben entstanden, wogegenaber auch eine, die es versehen, nichtdrucken durfte, baß sie einen Mann be-kommen würde, sie mochte sonst so schön,reich oder vornehm seyn, als sie wolte d).Ddd dd Indessen