Druckschrift 
Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
Entstehung
Seite
2109-2110
Einzelbild herunterladen
 

2110

PARHEDR 1 N war ein Zimmerüber dem Conclaui Ligni , wo der Hohe-Westcr sich 7 Tage vor dem Versuhn-Mc aufhalten muste, da ihm einige'zifttyu aus dem Synedrio Magno zu-gegeben wurden, die ihn unterrichteten,wie er sich in allem zu verhalten halte,M denen das Zimmer auch den Nahmenbekommen.

Reland. Antiqu. Vet. Hehr. P. I. c. 9.\. 6 .

PARILIA waren ein Privat-Festder schwängern Weibs. Personen, da siefich ihr Wochen-Bette zu rechte mach-ten,und zu ihrem künftigen Zustande an-schickten a). Ein anderes Fest war es,das der Pali zu Ehren gefeyert wurde,so aber auch richtiger Palilia genanntwird b).

») Festus in Parilia- Meurs de Puerp.c. I. Struv- Antiqu. Rom. c. VIIIl.p. 436.

b) Vid. Palilia.

PARMA war ein runder Schildvon;Füssen im Durchschnitte a); undalso eben nicht so gar klein, anbey vonkeder b), jedoch aber mit Holtze darun-ter c). Das Leder war dreyfach übermander, und zwar von Rindern d).lind bedieneten sich dergleichen Schilderbit Velites e) , jedoch auch die Reuter f).Neue Soldaten führeten sie nur weiß,bis sie etwa» auch eine tapfere That ge-than hatten, und sich hernach dieselbekanten darauf mahlen lassen g).

a) Poiyb. lib. VI. c. 20. Liv. Üb.XXXVIII. c. 21.

b) Suidas in n«pu«.

c) Lipf dcMilit. Rom. lib.lll.dial.i.

d) Virg. Aen. lib. X. v. 787.

e) Liv. lib. XXVI. c. 4.

f) Id. lib. VIII. c. 7.

g) Virg. Aen. lib. VIIII. v. 348.PAROCHVS war bey den Rö-tern ein Mann, mit welchem dieRepu-blic ein Gedinge schloß, Obrigkeitlichen-Personen, wenn sie in die Provintzengienzen, oder als Gesandten verschicktWurden, Pferde, Gezelte, Wagen, u.^.S- zu ihrem Fortkommen, wie auch-bictualien, Holtz u. a. anzuschaffen, alsh!! ^"^ngs von der Republic

^»hlk, nicht aber den Unterthanen ab«

P A R

gefodert wurde a). Anderweits hießParochus auch der, welcher ein Gast-Gebot ausrichtete b). und beyde ha-ben den Nahmen von , exhibeo.Wenn man aber auch einen Pfarr?-rt-ochwn nennet, ist es ein verhuntztesWort für Paraecus , welches einen be-deutet, der neben der Kirche wohnet c).Und ob man schon auch das Parochushon ivx* sin«» herleiten will;

ist es doch allzu gezwungen ä). Alleinba Pqrocbus auch hieß, der neben einerBraut auf dem Wagen saß, wenn solcheheim zu ihrem neuenMann geführet wur.be, hat er den Nahmen von , cbnem wagen, und wird sonst auch Pa-ranymphius geheissen e).

a) Horat. lib. I. Sät. 7. v. 4 7. <£f adeum Torrent. I. c. Sigon. de lur.Prouinc. lib. II. c. 7. VoX.Etymol,in Parochi.

b) Horat. lib. II. Sät. 8. v.36. Stuck.Antiqu. Conuiv. lib. II. c. 7.

c) Fresn. Glujs. Lat. in Parochus.

d) VoiT /. c.

c) Suidas in HKga%of, Helych. inN vu<p*yuylf. INion. Cap. j. n. 23g.

PARRICIDA ein Vater S oderEiters Mörder, war bey den Römernsofern unbekannt, daß man die ersten600 Jahr kein Exempel davon hat, bisL. Hostius endlich sich an seinem Va-ter vergriff a); da aber auch in denRömischen Gesetzen keine Strafe daraufgesetzet war, weil man nicht geglaubet,daß sich dergleichen begebi» könne. Al-lein da M. Malleolus auch seine Mutterumbrachte, war er der erste, der mit ei-nem Hahne, Affen und Otter, in einenlederncnSack gesteckt, und also in dasMeer geschmissen wurde b), welche Artder Strafe auch bis itzo noch gebliebenist. Die Egypter durchstachen derglei-chen Menschen alle Glieder mit spitzigenHöltzern, und wenn sie ihn auf dieseArt fast hingerichtet, legte man ihn nochauf einen Haufen Dorne und verbrannteihn vollend mit selbigen zu Asche c).'Allein wo es sich auch umkehrete, daßein Vater seinen Sohn umbrachte, mu-ste er sich z Tage und Nachte zu demtodten Cörper setzen, und sehen, was ergethan hatte d). Sonst, so bald der-

gleichen