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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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2027-2028
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und verfuhr weiter/ was unter Nuptatwtm bis auf das Schlafen - gehn zu se-hen. Den folgenden Tag richtete derneue M '.nn ein Gastmahl aus, so Repo-tia hieß e), und wurden der neuen Frauvon i' ntn Angehöriaen und andern gu-ten Freunden Geschencke geschickt f),welche dargegen von dem gewesenenBräutigam andere empfingen, so Apo-phoreta hiessen g). Endlich verrichteteauch die gewesene Braut in dem bezo-genen Hause ihren Gottes - Dienst h),und damit war die Freude aus. Kun-ten sich denn beyde Zusammeverheyra-thcte wohl betragen, war es gut; wonicht, schieden sie sich wieder von ein-ander, und damit war vorhin benann-ter Spueck vergebens vorgenommenworden, s. viuorrinm, allein auch nochJVIatrimonium.

a) Ouid. Faß. VI. v. tu. Kipping.

Antiqu. Rom. lih. IUI. c. 2. tz. 2.

b) Iuuenal. Sät. X. v. 336.

c) Virg. Aen. lih. IIII. v. jp.

d) Plutarch. Pracept. coniug.

e) Horat lih. 11 . Serrn //. v. 60.

rett auf, wogegen bey den gar altenTeutschen Braut und Bräutigam ein-ander die Haare selbst abschnitten k).Hernachmahls aber trug sie auf demKopffe einen Krantz, bedeckte das Ge-sicht, und gieng in einem langen weissmKleide, woran gantz nichts kostbareszu sehen war g). Nach der Trauungfnhreten die Jungfern die Braut heim,welche darbey allerhand alte Liedergenvon alten Helden und vornehmen Frauensingen, worauf die neuen Ehe-Leuteallerhand geschenckt bekamen. Fernerwurde ein Hochzeitmahi ausgerichtet,nach welchem die Paranymphi Und an-dere Zunge Pursche den Bräutigam em-por huben und auf ihren Schultern her-um trugen, wie etwa» im Kriege auchmit dem erwehlten Feld-Herrn gescha-he. Nicht weniger waren Leute bestel-let, die Trotingi hiessen und bey der Hoch-zeit allerley lustige Dinge angaben, diees aber oft auch grob gcnung machten,und daher wieder abgeschafft wurden,wie man denn auch von einigem §an-tzen dabey nichts wissen will., Dc-ch

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f ) L. 13. ff. de adimn. & per. tut .

g) Martial lib. XlllL per tot.

h) Micxob.Sat.lih l.c.JS-

Bey den alten Teutschen mochteman wohl gar zu viel Cerimonien nichtmachen, jedoch wüste man gleichwohlbey ihnen auch von einer Morgen-Gabeodervoce a), und daher hielte man ver-muthlich auch erst Verlöbniß und her-nach erst die Hochzeit ; allein in denetwas nähern Zeiten machte man ja soviel Umstände, als irgend bey einer Na-rior. Da waren Paranymphi , welchedie Braut sofort nach der Verlöbnißgleichsam hüten musten d), mit demTage zur Hochzeit wurde gar abergläu-bisch gewähret c), in dem Heydcnthumeopferte man den Wäldern und den Bäu-men, zieret« selche mit Kräntzen undBlumen, der Hoffnung, daß die Ehedesto glücklicher seyn solke d). UnterdemChristenthume muste vor allem vorder Hochzeit, die Ehe durch 3 mahligenAnschlag an die Kirch-Thüre, bekanntgemacht werden e), wofür hernach dieAufgebote gekommen sind. Die Brautzog an der Hochzeit mit fliegenden Haa-

siclleten sie allerhand andere Spiele an,und waren sonderlich bey FürstlichenBeylagern die Turniere oder Ritter-Spiele gar sehr Mode h). Indessenmäste bey den Franckcn sich der Bräu-tigam dennoch auch nach der Hochzeit

der Braut noch 2 oder z Tage enthal-

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ten, und die Zeit zum Beten u. d. g.anwenden, wogegen bey einigen, alssie noch Heyden waren, der Herr einerGegend die Braut allemahl erst selbstbeschlieff, und sie alsdenn erst dem gu-te» Bräutigam zustellcte, welche schöneSache Marcheta oder Ins cunnagii hieß,wofür hernachmahls im Christenthumsbald eine Kalbe, oder 3 Solidi , oderauch eine Kuh oder 6 Solidi gegebenwurden, wovon die Spuren noch aneinigen Orten in den Niederlanden zufinden seyn sollen i).

a) Tac. de M.G. c. /?.

b) Capitular, Imperat, lib. VII c j]$'

c) Hachenb. de Germ. tned. Dijj-

§. .

d) (d. ibid.

e) Innocent. c. vlt. ext. de clarat-

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