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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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1945-1946
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wenigstens einen gantzenTag marchirenmuste, ehe er von einer Mansion zur an-dern kam, da die Posten in einem Ta-ge auch wohl 2 mahl gewechselt wurden! und mithin auch so viel Mutationes ha-

! den musten.

1 Panciroll. Notit. Dignit. Imper, Ori-ent. c. 6. Gutber. da Offic. Dom.Aug. lib. III. c. Jf. ap. Pitisc. inMutationes.

MVTATORIVM CAESA-I RIS befand sich in der I. Regio» derStadt Rom a), und wird von einigenfür ein Lust-Haus gehalten, wo sichCsesir denn und wenn hin begeben, sei-! neu Aufenthalt zu andern, und sich alsozu divertircn b). Andere wollen, essey ein Haus gewesen, wo er bie Togammit bmtSago verwechselt, wenn er zuFelde gegangen c), und noch anderewollen gar, es habe Caesar daselbst einVogel'Haus gehabt, welches Mutato-rium a'mutis i e. caueis genannt wor-den. 6), so aber auch wohl für ein unge-reimtes Vorgebenlangesehen werden kan.

a) Sex. Ruf. if P. Vict. Reg. I. ap.Nardin. lib. III. c. /.

b) Francisc. Albertin. ap. Pitisc. h. t.

e) Ap. i Pitisc. I. c.

d) Barth. Aduers. lib. II. c. 22.

MVT1NVS roar ein Abgott derRömer, auf den sich die Bräute setzten,«he sie sich zu ihren Männern legten, s.Ltx. Mythol. in Mutinus.

M VTITATIO war eineGewohn-heit bey den Römern, da sie an den Fest-Tagen ein ander also tractirten, daß,wer heute bey einem zu Gaste war, mor-gen diesen mit bitten muste.

Gell. lib. II. c. 24.

MYIAGROS war ein Gott, derdie Fliegen vertreiben solte. s. Lex.My-tbol. in Myiagros.

M Y IN D A war ein Spiel der Kin-der bey den Griechen, da sie einem un-ter ihnen die Augen verbanden, das so-dmn versuchen muste, ob es ein an-ders ertappen und halten kunte. Essagte darbey: x«a*>S»will eine ehrinne Fliege haschen ; dieandern Kinder aber onrwortecrn : 0 ,-, «V i ! D» wirst dar-»ach igreiffen, aber sie mehr kriegen;

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da sie indessen den mit den verbunde-nen Augen schabernackten, auch auf ihnzuschlugen, bis er einen andern erhäschthatte.

Pollux lib. VIIII. c. 7. Hesych. ap,Pfeils Antiqu. Gr. lib. 1111 . c. 41.

Myrines , s. Marines.

MYRMILLONES.f Mirmillo -»w, wartn eine Art der Gladiatorumoder Fechter, welche mit einem Helmam Kopffe versehen waren, auf den sichoben ein Fisch befand. Wenn er mitseinem Gegner, der ein Threx oder Re-tiarius war, kämpfete, setzte er sich aufein Knie, und erwartete also s.inenFeind, oder wich ihm auch geschicktaus, bis er ihm einen Fang geben kun-te, da der andere hingegen ein Netz inder lincken hatte und sagte: Quid me

fugis Galle, non te peto ; piscem peto!

womit er ihm aber das Netz über denKopff zu werfen, also nieder zu ziehen,und mit dem in der andern Hand ha-benden Dolche hinzurichten suchte.

Festus in Retiario , Cic. Phil. VIl.c.6.luuenal. Sät. VI. v. 261.

M Y R T V S, Myrte, war der Ve-neri gewidmet a), entweder weil sichdie Venus, da sie nackend aus demMeer empor gekommen, sich in denMyrten - Sträuchern versteckt ; oderweil die Myrten wohl riechen, worandie Venus einen Gefallen hatte; oderweil es ein zerbrechliches Gewächs ist,wie die Liebe unbeständig b-» oder weildie Myrten dienlich seyn sollen, die Lie-be zu Wege zu bringen c). Jedoch warsie auch den Caribus angenehm d), undpflegten dieSchmaufer Kräntze sonder-gleichen aufzusetzen e), wie auch dieTriumphierenden s). Hingegen durfteman davon nichts in den Tempel derBon« De® oder Faun* bringen, weildieser ihr Mann, Faunus , sie dereinstziemlich mit dergleichen abgeschlagen,als sie sich belieben lassen, einen TrunckWein zu sich zu nehmen g).

a) Virg .Ecl. VII. v. 62.

b) Serv. ad Virg. /, c. v. 72.

c) Phurnut. deN. D. c. 24.

d) ilorat. lib. III. Od. 23. v. 16,

e) Id. lib. 1. Od. 4. v. g.

S) Plin. H. xV. lib. XV. c. ig.

g) Lactant.