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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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1527-1528
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des andern und fünften Tags in derWoche annoch zu lesen Deut. VI, 4 - p.XI, - 21 . und Num. XV, 17 - 41 , undzwar that solches Morgens und Abevdsein freyes Manns-Volck, so des Mor-gens den Denck-Zettel, letztbenanntebeyde Lage, an sich haben muste h).

Bey den alten Ehritten war der-gleichen Lesen der Schrift auch üblich,und zwar verrichtete es anfangs inson-derheit ein Oiaconuz, bis hernach einbesonderer Lefior , oder Leser, bestelletwurde. Man las aber die gantze Heil.Schrift, mithin Alten und Neuen Tcsta-ments, nach einander fort, und, wo alsodas einemahl aufaehörct wurde, ftengman das andere wieder an, es war denn,daß Feste einfielen, an denen man be-sondere sich auf dieselben schickende Stü-cke laS, bis man endlich im 6ten Se-culo die noch itzo üblichen Episteln undEvangelia ausgesucht, ohne daß manweiß, von wem oder auf wessen Geheißes geschehen, noch auch warum man ebenso stciff über diese oft gnugsam unge-schickte Wahl so steif und feste hält.Indessen aber las man doch darbey auchöffentlich andrer geistreichen MännerSchriften, z. E- im 2ten Seculo des(llernenris Brief an die Lorinrhier, wor-auf man im 4ten 8eculo auch anfieng,die Geschichte der Märtyrer zu lesen,um die Leute daher zur Standhaftigkeitim Glauben, nach derselben Exempel,zu bewegen. Worauf denn nach geen-digter Lection auch eine Rede oder Pre-digt gehalten wurde i). Es stund aberdarbey der Leser auf einem erhabenenOrte, und, wenn die Epistel gelesenwurde, blieb man sitzen, wurde aberdas Evangelium gelesen, stunde Bischofund iederman auf, entblösseten die Häup-ter, legten Stäbe und Gewehr niederund küsseten das Evangelien - Buch, sozündete man darbey auch Lichter undWachs-Kertzen an, und erwies durch-gehends eine grössere Devotion als beyerster» k). s noch LcBm-es.

a) Reland. Ant. Vet. Hehr. P. I. c. 10.

§ 4 -

b) lken. Antiqn. Helf. P.I.c.20.%.3;.

c) Reland. I. c.

dj Id. ibid.

e) lken. I. c. §. 14.

f) Reland. /. c. §. 5.

g) lken. /. c. §. ]f.

h) Reland. /. c. §. 6 .

i) Comp. Andqu. Ecclef lib.ll.c.i.& ad id Walch, /. c. item Schurzfl.Antiqu. Eccleß Contrav. XV §. /.

k) Schurzfl. /. c. §.

LELTIONARIVM, I. Lectio-narius, war ein Buch, welches die Stückeenthielt, so in der Kirche gelesen wurden.Es soll solches Buch Hieronymus ver-fertiget haben. Nachher soll Carolus M.dergleichen auch durch den Paullum Dia-conum haben zusamme bringen lassen,weil er, nach den Worten seiner Consti-tudon, befunden, daß die bis dahinüblichen Lectiones sine auctorum suo-rum Vocabulis eflent positse & infinitisvitiorum erroribus scaterent a). £)b

aber der gute Paul was klügers zu Marck-te gebracht, stehet dahin.

a) Fresn Glojf Lat. in Lectionarius.

LECTIS'l ERNIVM war einsder albersten Beginnen der Römer, dasienach erhaltenem Siege, oder bey anderergrossen zugeflossenen Freude, allein auchbey bevorstehender sonderbaren Gefahr,die Götter zu Gaste baten, und sie ent-weder damit zu versöhnen, oder ihnenauch ihre Danckbarkeit zu erweisen sach-ten. Es wurden dabey LeBi, oder Bett-Gestelle, wie sie beym Essen Mode wa-ren, hingesetzt, Polster darauf gelegt,und die Statuen der Götter auf solchehingestreckt, sodenn das beste von dengebrachten Opfern zu rechte gemacht,und aufgesetzt; wenn es aber eine Weilegestanden, und die Götter gleichsam dasihre unsichtbarer Weise genossen, verzch-reten es die Priester mit den ihrigen inbona caritate a). Das erste wurde A.V. 212 wegen einer heftigen Pest ange-stellet, da dem Apollini, Herculi, Mer-curio und Neptuno, der Latonae undDianae , 3 Lecti aufs prächtigste zuge-richtet, und sie also gantzer 8 Tage bedie-net wurden, jedoch sich 2 und 2 auf ei-nem behelfen musten b). Ein ander-mahl legte man den Iouem und die lu-nonem, den Neptunum und bic Mi-neruam , den Martern und die Vene«rem, den Apollinem und die Dianam,

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