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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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1523-1524
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überall offen waren, oder aber miteinem Gesperre über sich versehen,so oben rund gebogen und mit Lederüberzogen, an den Seiten aber mit Vor-hängen vermacht war m). Und obwohlsolche Vorhänge auf und zugezogen wer-den kunten, so war doch wenigstensauch noch ein Fenster in der Lectica n).Einige zwar wollen nicht wissen, wosolches Fenster seyn können, allein mansiehet doch nicht, warum es sich nichtin der vordem O.ver. Seite befinden kön-nen, wie dergleichen an den heutigenKutschen ingemein auch sind, und, wenneiner also in der Lectica mit dem Kopfeetwas hoch gelegen, hat er sehen kön-nen , was es vor ihm auf dem Wegegebe. Hierbev waren sie erst in derStadt nur ein Trag-Werck für die Wei-ber ; hernach aber bedieneten sich dessenauch die commoden Männer, und zwarwurden sie endlich so gemein und hauf-fig , daß Caesar veranlasset wurde, ein Ge-setz deßbalber zu geben, und sie nur ge-wissen Personen und Altern zu vergön-nen o). Nehmlich von Manns-Volckeden alten oder schwachen; von Weibs-Volcke den Ehe-Frauen, die Kindergezeuget, und über 40 Jahr alt warenp), und das doch auch nur noch an Fe-sten und Schau-Spiel-Tagen g). Siewurden aber von Knechtengetragen, soLefiicarii (>ieffen r) j wie hingegen dieBaßerna von Pferden oder Maulthie-ren 8). s. noch Leäicarii. Wie aberGelehrte sich Lecticas machen liessen, indenen sie studiren kunten, und daherauch Leäica lucubratoria hiessen t);in der That aber auch nichts anderes alsFaul »Betten waren, weil sie in denZimmern unbeweglich stunden, und da-her auch nur Le&i hiessen u); also hatteman auch LeBicas militares, deren sichdie Generale oder andere hohe Officirebedienten, wenn sie kranck, oder bleßirtwaren x), die aber auch nur in der Eilzusamme gerädelt wurden, so gut sie kon-ken, und da eine Schlacht, Marsch u. d.g. vorbey, weiter auch nicht gebrauchtwurden y). Dergleichen denn auch vonden ältesten Zeiten her in der Stadt selbstschon auch im Gebrauch gewesen zu seyn,wohl zu glauben ist, wenn einer wohin

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gewolt, und anders nicht dahin kommenkunte, wie etwan der blinde AppiusClaudius aufs Rath-Haus, da man überden Frieden mit den Carthaginiensemtractirke, und er solchen nicht für dien-sich hielt 2).

a) Lipf Eleff. Hb. I. c. iq.

b) Nep. Attic. c. 12. Gell. lib.X. c.3.

c) Dion. Habe. lib. I 1 II. c. /0.

d) Dio lib. LXXll. Kirchmann. deFun. Rom. lib. II. c. p. ap. Picifc.in Lectica.

e) Lipf l. c. (fps Gronov. ad Gell. l.c.

fj Lipf (fps Pitisc /. c.

, g) Scheffer. de Re vehic. lib. II. c. 4.ap. Pitisc. I. c.

h) Cic. Verr. V c. //. Senec. adMarc.cap. 16.

i) luuenal. Sät. I. v. //§. Cato deR. R. cap. /0.

k) Catull. Carm. 22.

l ) Athen. ap. Pirisc. l.c.

m) Martial. lib. XI. Epigr. pp. v. //.Senec. Suas. 7.

n) luuenal. Sät. IIII. v. 20.

o) Sueton. Cas. c. 43.

p) Euleb. ap. Pitisc. l.c.

q) luuenal. Sät. VI. v. 352. Propett.lib. IIII. EI. p. v. 49.

r) Lipf. /. c. & Kipping. Antiqu.Rom. lib. VI. c. /. §. 2.

s) Salmas. ad Lamprid. Heliog. c. 21.

t) Suet. Aug. c. 78.

u) Plin. lib. V. Epiß. f. Ouid. Triß.lib. I. EI. /0. v.3j.

x) Curt. lib. VII. c. 6. n. 8. Liv. lib.XXIIII. c. 42. Val. Max. lib. II.c. 8. » r.

y) Scheff. I. c.

z) Aur. Vict. de Vir. IUuflr. c. 34.

LECTICARII waren diejenigen

Knechte, welche die Lecticas oder Sanf-ten trugen a). Man nahm aber zu der-gleichen gern lange Leute b), und daheram liebsten Teutsche c ); oder Liburnierd); oder Möller e) u. d. g. und zwarauch schöne Kerl, weil die Weiber in-gemein viel auf sie hielten s), die anbeywohl gekleidet wurden g). Arme odergeitzige Leute bedienten sich deren nurzween h) , wiewohl doch einige wollen,daß dergleichen Trag. Bette von 2 nichtgetragen worden, sondern bey ihnen nur