Druckschrift 
Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
Entstehung
Seite
1431-1432
Einzelbild herunterladen
 

H3 1 I O L

10 LAVS ein treuer Gekehrte desHerculis, der nach seinem Tode auchals ein Heros verehret wurde. s. Lex.Mytbol. in Iolaus.

IRENARCHAE waren Obrig-seitliche Personen in den Römischen Pro-vintzen, die insonderheit Acht haben mu-sten, daß alles ruhig zugieng und dergemeine Friede erhalten wurde a). Siehaben den Nahmen von «V», , derFriede, und --n««. ein Vorsteher, undmöchten beynahe gewesen seyn, was bisitzo in manchen Reichen die Friede-Richter heißen. Sie wurden von ihrenStadt-Räthen oder Decurionibus er-wehlet, von dem Gtathalter aber bestä-tiget, und kunten sie wohl Diebe, Räu-der u d. g. greiffen. aber nicht richten,sonvern musten die Dinge sodenn an denordentlichen Magistrat gelangen lassen,auch ihre Anzeigungen zu beweisen wis-sen, weil ihnen schlechthin auch nicht ge-glaubet wurde b).

a) Leg. y. Cod. Tbeod. de Irenarch.Fresn. Glojs. Lat in Irenarch«.

b) Marcian. /. Divus 6. ff. de custod.reor.

IR E N E S, Gr. , hiessen beyden Laccdamoniern die jungen Leute,welche vor ein paar Jahren Ephebi ge-worden , oder ihre männlichen Iah-re erreichet hatten; und, die Melli-renes wieder unter sich hatten, selbige,da sie anders selbst ihr rotes Jahr zu-rück geleget hatten, im Kriege comman-dirten, und zu Hause von ihnen bey Ti-sche und sonst bedienet wurden, selbstaber mit unter dem Padonomo stunden.

Plutarch. ap. Pfeiff. Antiqu. Gr. lib.11. cap. fy.

IRIS war des Thaumantis Tochter,und Dienerin der lunonis, sonst aber ansich der Regen-Bogen. s. Lex. Mytbol.in Iris.

IRMENSVLE, ein Abgott der al-ten Sachsen, welchen sie zu Eresburg,einem ehmahls festen Orte in Westpha-len, so itzo Sradlberg heißt, und einStadtgen und Schloß am Dimcl-Fluß,zwischen Corbach und Paderborn ist, so2 Meilen von erster», und 4 von demandern liegt. Er wurde, nach einigen,

I R M 143J

gebildet als ein grosser geharnischterMann, so auf dem Helme einen Hahn,auf der Brust aber einen Bär, und un-ter solchem vorn, vor dem Leibe, einenSchild mit einem Löwen hatte, in derrechten Hand eine Lanye mit einer langenFahne daran, und in dieser eine Rose,in der lincken Hand aber eine Waagehielt, und auf einem Felde voll Blu-men stunde a). Einige wollen, daß erdem Nahmen nach, so viel als der Grie-chen Hermes , und der Lateiner Mercu-rius, oder auch jener und dieserMars gewesen b); andere hingegen, daßIrmcn nicht von eV«> oder auchwohl aber von Jedermann herkomme,und diesem letzter» nach Irmen-Seule,so viel, als IeSermanns-Senle bedeu-te, weil er gleichsam iedermanns oderaller Teutschen Gott gewesen. Allein,nach noch andern, heissen alle diese Gril-len nichts, weil Irmenseul anfangsnichts, als eine Seule oder Statua desArminii , oder Hermanns, gewesen c),der die Teutsche Freyheit so tapfer widerdie Römer vertheidiget, solche auch un-ter ihrem Generale, dem Quinctilio Va,ro, bey der itzigen Stadt Horn, aufdemWind-Felde,an dem Teutberger Walde,A. C. 10 dergestalt geschlagen, daß sieselbst gestehen, es sey solches eine dergrößten Niederlagen mit gewesen, die siejemahls erlitten ä). Diesem grossen Hel-den nun sollen die Teutschen eine Ehren-Seule aufgerichtet, und sowohl dessenBild, als Tugenden unter angeführtenBildern vorstellen wollen, welche Sta-tuam aber die albern Nachkommen end-lich für einen Gott gehalten, und ihmseine Verehrung erwiesen, bis A.C. 772Carolus M. die Sachsen geschlagen, dieEresburg erobert, und geschleift, unddie Statuam bey Seite geschafft habe, dieaber denn noch bis itzo zu -Hildesbeimin der Stifts-Kirche 8 . Mari* zu sehenseyn soll e). So gut aber diese Dingeklingen, so wollen doch viele lieber nureine Weg-Seule aus dieser Statue ma-chen, zumahl die Teutschen wohl aller-dings den Mercurium mit verehret, nie-mahls aber den Arminium mit unterdie Götter gezehlet, die Seule aber. soman itzo zu Hildesheim dafür anflehet,