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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
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1297-1298
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hält, welches nicht nur für das Maulangenehm, sondern auch für den Leib ge-fund sey. Man hatte also bey den Rö-mern auf den Land-Güthcrn besondereBehältnisse, so man Gliraria nannte,wo man sie mit welschen Nüssen. Casta-nien, oder auch nur Eicheln mästete b),und soll der Urheber davon Fuluiu;Hi»pinu; gewesen seyn c), weil man aberdamit zu weit gicng, verboten endlichdie Gentore; dergleichen bey Gelachenmehr mit aufzusetzen 6).

a) Non. Cap. II n. 633. Martial./ii.///.Epigr. 38.

b) Varr de R R. lib. III. c. 16.

c) Hummelb. & Lister. ad Apic.lib.VIII. c. p.

6) Plin. H. N. lib. XXXVI. c. 1.

GLVTINATORES waren beyden alten Römern, was bey uns dieBuchbinder, jedoch von Stande nurKnechte, welche die Pergament - Häuteund Papier zu den Büchern zusamme lei-mcten a). Der Erfinder solches Dingessoll Philtatius, ein Athenienser, gewesenseyn, dem man zu Ehren dafür aucheine Statuam aufgerichtet hat b).

a) Cic .adAttic. lib.IIII. Epist.4. Pi-gnot.deServ.p.230. ap. Pitifc b. t.

b) Olympiodor. apud PhotiumTrotz, ad Hugon. de prim.fcrib.Orig. c. 33. p. 608.

GOLGATHA, Gr.r»Ayo5-a>warein Hügel gegen Abend der Stadt Jeru-salem, wo man die Missethäter abzuthun,und also auch zu creutzigen pflegte a).Er heißt, dem Nahmen nach, so viel alsLocus craniorum , daher er auch TeutschGckädelstätt genannt wird, und, warer ausser der Stadt, als gleichsam aus.serhalb des Lagers b); jedoch erhaben,damit man die Abthuung der Missethä-ter desto besser und weiter sehen, und sichmithin ein Exempel daran nehmen kun-te c). Jtzo heißt man ihn den BergLalvari, und liegt er mit in dem itzigenJerusalem eingeschlossen. Man steigetauf ihn r8 und l halbe Stuffe, und ste-hen oben auf 2 Capellcn, eine an demOrte, wo Christus an das Creutz ge.schlagen worden, und die andere, wosolches Creutz aufgerichtet worden ist,Wovon man das Loch noch zeiget, welches

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5 Zoll weit, g Spannen 5 Zoll abertief, und von oben mit einer sicher,neu Platte cingcfasset ist dV Indessenaber erweiset doch lonas Körte ziemlichwohl, daß solcher itzo vorgegebene BergLalvari nichts weniger, als der rechteBerg Golgatha seyn könne, weil Jeru«salem einmahl noch auf seiner 'olfmStelle liege, anders auch nicht liegenkönne, solcher Berg aber vermahlen mit«ken in demselben lieget, da er doch noth-wendig ehemahls ausser Jerusalem gele-gen, es mithin auch mit solchem Gol-gatha voritzo eben so unrichtig, als mitanderen Sanktuarien oder Heiligen Oer,tern sey e).

a) Matth .XXVII, 33. Iken. Antiqu.Hehr. P. II. c. 1. §. 41.

b) Lev. XXIIll, 14.

c) Goodwin. Dijf de Hierofol. §. /0.

d) Myllcr. Peregrin. in Icrus. Üb. I.c. 23. §. 8 . p.

e) Itinerar. cap3.p./64seqq.

GRAECOSTASIS befand sich

in der VIII. Region der Stadt Rom a),und war, wie es am wahrscheinlichstenist, ein Gebäude oder Palast , wo diefremden Gesandten, die an den Älakhgeschickt waren, einqvartiret wurden,bis sie zur Audientz kanten gelassen wer-den b). Es heißt dem Nahmen nachzwar nur so viel als ein LoginderGrie-chen c), und bey einigen auch Gracoßa-dium d); weil der Griechen Gesandtenvielleicht öfterer, als anderer Nationenihre, oder auch vielleicht zuerst darinneihre Einkehrung genommen. Indessenaber musten die Gesandten doch auch vonNationen seyn, mit denen man im Frie-de lebete, weil der andern ihre vor derStadt bleiben musten e), tinb will mansonst, daß sich solches Gebäude zwischenden itzigen Kirchen S. Laurentii und Co-smi <ts Damiani befunden habe f); woge-gen andere lieber gar auf dessen Ruinendie iyige Kirche di Santa Maria Libera-trice setzen wollen g).

a) P. Victor Reg. VIII. ap. Nardin.lib. V c. /.

b) Varr. de L. L. lib. ////. c. 32.

c) Id. ap. Nardin. l.c. cap. 3.

d) Capitolin. Antonin. Piv c. 4.

e) Franzin. Anticb. di Rvma c. 67.

Ss 5 f) Nardin.