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Benjamin Hederichs Gründliches Antiquitäten-Lexicon : worinne die merckwürdigsten Alterthümer der Jüden, Griechen, Römer, Teutschen und ersten Christen ... beschrieben
Entstehung
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1153-1154
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be ihm die Hand wieder verbunden, undversiegelt, nach 3 Tagen aber wiederaufgemacht, und besehen, wie es damitsiund. Indessen aber wurde doch solcheProbe auch immer anders und andersangestellet. Massen es denn auch Mo-de war, daß einer auf glüende Pflug-Schoare treten, oder eiserne glüendeHand-Schuhe anziehen muste, und wasder Dinge mehr waren Allein wiealles auf eine Versuchung Gottes, oderauch vielmahls auf List und Betrug an-kam, zumahl man die Kunst gewusi ha-ben soll, Hände und Füsse wider dasBrennen des Eisens zu verwahren b);ohne daß dergleichen Gauckeley auchschon bey den Heydcn üblich war, daßsie barfuß über glüende Kohlen gien-gen c) ; also haben es von Päbsten ver-boten Stepbanus X. Alexander III. Ho-norius III. ßfc. von Conciliis das zuPalentia 1322, von Kaysern Fridericus I.von Königen lacobus I. in Aragonien,Alexander II. in Schottland, Magiiusund Bürge ras in Schweden u. s.f. d).

a) Frelii. Glojf. Lat. in Ferrum can-dens.

b) Varro ap. Seruium in Virg. Aen.lib. II. v. Busbequius Legat. Turc.Epiß. 4. Camerar. Meditat. Hißor.Centur. II. c. /g.

c) Virg. l.c. Sophocles in Antigonaßf ad eum Schot. Grat.

d) Fresh l.c.

Ferto, Fertum, Ftr donum tßfe. wareine Teutsche Müntze, so den 4 Theil ei-ner Marck betrug , und sonst auch auf5 Solidos und 84 Denarios geschütztwurde, woraus aber dero eigentlicherWerth doch nicht abzunehmen stehet,weil alle 3 Valores zu weit von einan-der abgehen.

Freist. Glojf. Lat. in Ferto.

FERTVM s Ferctum war eine Artvon einem sehr guien Kuchen, derglei-chen sonderlich dem Iöui mit zum Opfergebracht wurde.

Festus in Fertum ; Cato de R. R.cap. ,;s. Fert. Sät. II. v. 48. Voll!Etymol. in Fertum.

FERVLA war eigentlich ein Sten-gel von Zerul-oder Garten-Rraut,der lang, dünne und leichte war, fast

wie ein Fenchel-Stengel, indessen aberzum Abschlagen und Bestrafen der Leutegebraucht wurde, und so leichte er war,so starck doch anzog, also daß auch Ari«stoteles sich die Ursach davon zu gebenbemühet, und gemeynet, sie thue darumweher, als was schweres, weil damitallezeit mit einem Schlage zweene ge-schahen a). Was aber das heisse, dixe-rit alius, non ego. Inde sie» war sie

sonderlich doch in Schulen sofern mitüblich, daß den armen Jungen wohl ehedie Hände davon aufschwollen b), und siedaher auch Ferula trißes c), der alteOrbilius aber basier faniens d), inglei-chen />/«§«/«§ genannt wird e). Jedochschlug man die Buben damit nicht nurauf die Hände; sondern auch auf denFetzer f), und führelen dergleichen auchdie Lamstas oder Meister der Gladiao-rum, woran man sie kannte, sie aberauch ihre Putsche damit klopften, wen»sie dieselben unterwiesen, und solche sichnicht recht anschicken wollen g).

a) Atist. Probt. Seöi. VHIL 0.8.

b) Eulgenr. Mytbol. Praß./.

c) Martia!, lib. X. Epigr. 02. v. /o,

d) Hieronym. Apol. in Rußn.

e) Horat. lib. II. Epiß./. v.70.

f) Appul. Met. ap. Fitisc. h. t.

g) Senec. in Sät. Menipp. Lipl*. Sa-turn. lib. I. c./f.

FEbiCENNiNA, f. FescenniniVersus, waren Lieder, welche von derStadt Fescennina, in Campanmt, bettNahinen hakten a ), oder auch von fa-scinum, die Zauberey, wider welche siedienen feiten b). Sie waren einfältigund altväterifch gemacht, und wurdenvon den Bauern bey ihren Zusammen-künften, Schmäusen und Fest-Tagen,nach der Erndte, gesungen, daher auchziemlich derbe Zoten darinne mit unter»lnsscn c). So zapften auch die Win»tzer und Wrinleser die vorübergehendendamit an, oder verantworteten sich da-mit, wenn man sie foppen wolte d).Nachher sang man sie auch bey denHochzeiten e), die denn voller Schertzef), allein auch voller Stachel-Worieund Schraubereyen g), wie nicht weni-ger auch saftigen Lorckeleyen waren h),Sie wmdMnaber hieselbst von JungenOs gesun«

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