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Geistliche Briefe.
selbst entspringen! Man wird als von selbstfremde an allem, was sichtbar ist; man ver-läugnet sich selbst mit Lust und ohne Mühe; ^man lernet nicht allein seine verborgensten Ei-genbeiten kennen, in diesem innigen Licht, »vsondern man wird auch je langer je mehrentblößt (oder befreit) von seinen Eigenhei-ten, und folglich sehr unschuldig, einfältig,gebeugt, sanft, ftiedsam, vergnügt und stille,sowohl aus- als inwendig; und der inwen- D.dige Zug der Gnade läßt nicht zu, daß "Deinige widerwärtige Bewegung in uns Stattfinde. Diese und mehr andere Tugenden sind «Avon einer ganz anderen Natur, als diejeni- Mgen, worin man sich vorhin, mit so vieler >ich,Mühe und Gebrechlichkeit, geübet hat, welche Wich nur selbstgemachte auswendige Schein- Mlugenden nenne, in Vergleichung mit diesen, dk»l<die gleichsam ins Innerste eingedrückt, und W,aus dem Grunde, ja aus GOtt selbst geborenwerden. U
Die wahre Innigkeit ist mehr für das MHerz, als für Sinne und Verstand; der- lnk,halben würde sich derjenige freilich irren, dersich nur allein mit seinen Gedanken wollte !innig halten, und nicht zugleich, ja vornehm- tkssich, dahin trachtete, sein Herz, Liebe und N«Lust durch gründliche Verläugnung von allem Uab - zu GOtt einzukehren. Eine solche Innig- iwkeit würde, aufs beßte genommen, nur in te^dtt Einbildung bestehen, und nimmer die ausFrüchte hervor bringen, wovon so eben gesa- kn