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Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
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357
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IV.THeil. Ilster Brief.

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und nothwendig. Wir haben zuvor gelebet,als zerstreute und verlorene Schafe: JEsus,unser guter Hirt, will uns, durch die verbor-gene Züge seiner Liebe, wiederum locken undversammeln zu- und in uns selbst, um unshernach auch zu versammeln und einzuführenin ihn, und in seine innigste Gemeinschaft,ü! wie schön, aber wie unbekannt, ist diewahre Innigkeit! Wie sehr bleiben öftersnicht auch die gute Seelen hie und da han-gen, und kommen nicht recht in ihr Inner-stes! Auf wie mancherlei Weise bleiben nichtdie meisten an ihrer Vernunft oder Ver-stand, und an ihrer eigenen Wirksamkeitkleben, und meynen, schon innig und andäch-tig zu seyn!

Die wahre Innigkeit ist ein schöner Baum,der zu seiner Zeit fruchtbar wird in allen gött-lichen Tugenden, welche er ohne Gewalt,ohne Mühe, ohne Kunst, und als aus seinerNatur, ganz gemächlich hervor bringt; unddas ist kein Wunder, weil die wahre Innig-keit nichts anders ist, als in JEsu, unsermgöttlichen Weinstock, zu bleiben, (wie du,lieber Bruder, in deinem Briefe wohl an-merkest) der uns durch den reinen Saft,oder die Lebenskraft seines heiligen Geistes jelänger je mebr durchdringt, gänzlich verän-dert, und nach seinem Bilde erneuert. O!wie liebenswürdig sind nicht die Tugenden,welche die wahre Innigkeit hervor bringt,weil sie nicht aus uns, sondern aus GOtrZ Z selbst