Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
349
Einzelbild herunterladen
 

IV. Theil. !Z 7 ster Brief. Z49

uns zu geben; welches wahre Herzenskin-der auch willenlos ihres Vaters Gutfindenüberlaßen. Ich rede aber von wcstnkhchenj Gnaden, welche im Geist empfangen werden;! nicht aber von den Außerordentlichen. Diesei letztere können auch einer noch ganz ungestor-benen, ungefördertrn Seele mitgetheiler wer-den, die wesentliche Mittheilungen aber sel-ten oder nimmermehr: und dieses Hab' ichdroben anzumerken vergessen. Die In-wohnung GOrres im Herzen (wovon un-ter andern 2 Cor. 6, i6. und seq.) ist einewesentliche und sehr wesentliche Gnade. Der-j halben, wer dieser Verheißung theilhaftigwerden will, muß sich selbst reinigen vonaller Befleckung des Fleisches und desGeistes, und trachten seine Heiligung zu vol-, lenden in der Furcht GOrres. Cap.?, i»

! Doch nicht so zu verstehen, daß man, nicht ehender diese oder einige andere wesent-liche Mittheilungen GOttes könnte theilhaf-tig werden, oder man müßte gänzlich gerei-niget und vollendet seyn. Nein! Aber diesesist der Weg, worauf uns diese Gnaden be-! gegnen, und diese Gnaden dienen hinwieder-> um, den Weg zu vollenden.

Ihr saget in euerm Schreiben, daß, umeingekehrr zu werden, alle Lust außerGOrr in den Tod mäße. Ihr habtRecht. Dieses muß der völlige und herzlicheSinn der Seele seyn; alles muß dem Tod

über-