Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
348
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Z48 Geistliche Briefe.

den wird, und dazu antreibet, bleiben manch- Dmal ihr Lebenlang ungestorbene Menschen.

Es ist besser, dem HErrn was zu viel, als Mzu wenig zu wirken. Wann die Nachr AMkomme, daß man nicht wirken kann, und Hatdas unweise Kind sich müde gelaufen hat,dann stehets von sich selber still, und weinet W,um der Mutter Arm. ^

Mir fällt ein, daß E. E. auch, wie ihr Mschreibet, wohl gerne was ausgewickeltereMerkmale der Klarheit oder Gewißheit ha-den wolltet. Laßet uns, werther Bruder,unserm Führer, der uns bei der Hand ge- Mfasset hat, nur mit einem gläubigen Zu- ^trauen folgen, ohne ihm etwas vorzuschrei- ^ben, oder zu viel Klarheiten zu begehren. MVielleicht würde es unserer Eigenliebe nichtgutseyn, wenn uns der HErr das gäbe,was ihm, einigen andern zu geben beliebet. §Ihr werdet mit mir gestehen, daß er uns Wdas tägliche Brod gibt. Die Ewigkeit, wel-che vor der Tbür ist, ist lang genüg, Licht, ^Freude und Ruhe zu genießen. Jetzt ist die DZeit zu bethen, zu verläugnen und zu sterben.

Und gewiß, die Uebung des Gebeths, der WVerleugnung und des Sterbens mit Christo N,bereitet uns unfehlbar zu der innigen Ver- ceinimng mit GOtt im Geist, und daß wir ^empfänglich werden, zu seiner Zeit, solche MLichter, Mittheilungen und Gnaden zu em- ^pfangen, als es der HErr gut finden wird, ^ !