IV. rheik. izöster Brief. ZZ5
M Mich deucht, unsere Liebe muß recht Ka-ch tholisch, d. i. allgemein seyn, weil ich sehe,oder daß GOttes Liebe allgemein ist. Ich liebeund venerire das Gute, so ich unter dm>lU vielen Heiligen und Frommen der Römisch-st katholischen Kirche gefunden habe: weil ichMP aber gesehen, daß der menschliebende GOttW auch unter andern sogenannten Religionensch seine Kinder, ja Heilige und liebe Kinder-ich, GOrres hat; so würde ich mich schwerlich,, dir versündigen, wenn ich die, welche GOrcrich, liebet, auch nicht lieben sollte. Hätte Sieso viel Bekanntschaft mit solchen Seelen,als ich, durch GOttes Güte habe; so zweifleich nicht, ihre Liebe würde auch mehr aus-l!» gebreitet und allgemeiner werden. Sie wirdHjsi; sagen: Man könne sich betrügen, und solcheBich sür Kinder GOttes halten, die es doch nichttz ßn sind. Das ist wahr. Mich deucht aber, esMich sey weniger Verantwortung dabei, wennM man bisweilen zu gütig urtheilet; als wennman solche verdammet, die doch GOrr recht-sM fertiget, und seiner Gnade gewürdiget hat.M Ich vereinige mich so von Herzen mit allemGuten, so ich in der Römischen Kirche finde.^ Ey! ist es dann nicht möglich, und würde esM nicht dem menschliebenden JEsusherzen ange-W nehm seyn, wenn Sie es auch also machte in,^r Ansehung des Guten, so GOttes Erbar-mung anderen Herzen schenket?