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Der i22ste Brief.
Von der Ncthwendigkeit der Willenlosheit, dersüßen Einkehr und Vereinigung mit GOttcsWillen.
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un, es ist jetzt so eure Zeit, daß das Goldin den Schmelztiegel soll; da so vor undnach der Koth und die Schlacken ans Licht kom-men. Haltet nur möglichst stille, und laßtden Schmelzer machen, und alles scheiden undwegwerfen, was nicht reines Gold ist.
Es ist allerdings die Wahrheit, meineliebe Schwester! euer Naturell ist was eigen-willig, empfindlich, argwöhnisch, rc. Indem, worauf eure Inklination gutmeynendfallt, seyd ihr zu triftig, und zu steif daraufgesetzt; und das verursachet manche Noth.Ihr seyd zwar verpflichtet, treulich zu laßenund zu thun, was ihr denkt, GOtt ange-nehm zu seyn; aber in gleichgültigen Dingenmuß auch das Gemüth gleichgültig bleiben.In solchen Dingen will GOtt manchmal,daß wir etwas begehren, und doch nicht er-langen, daß wir'etwas anfangen und dochnicht vollenden sollen; damit wirs allgemachgewöhnt werden, unsere Ruhe nicht in dieZufälle der Dinge, sondern pur in GOttT s zu