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Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
296
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2y6 Geistliche Briefe.

vielmehr in Ansehung unsers Heilandes gesin,net seyn.

Ihr meynet, eure Liebe zu mir sey wenig §zu achten. Ja, wenig wäre unsere gemein-schaftliche Liebe zu achten, wenn sie bloßmenschlich angesehen würde: allein, in so weit A.sie aus GOtt ist, und auf GOtt zielet, mag ^und muß sie uns wichtig seyn. Einmal, wennich sage: Ich achte mich der Liebe des gering- "isienKindes GOttes unwürdig, dann sageichpräcis, was ich fühle; ob es gleich so demüthigklinget. ^

Ich ersehe mit brüderlichem Mitleiden,daß ihr wieder mit euerm gewöhnlichen Uebelbehaftet seyd. Durch Ueberbringern verhoffe .Miich, nach GOttes Willen, die Nachricht ei- ^Niger Besserung zu erhalten. Inzwischen,da Liebe jetzt das Kleinod ist, wonach sicheuer Herz aussirecket; so vertraue ich, es werdedie Liebe auch das Leiden schon mit ihren süßenKräften tingiren, und es lieblich und leidlich Ä'machen. Ich bin vierzehn Tage her auch ganz -'herunter, habe alle Nachmittag Fieber, undsehr große Kränkung im Haupt. Ich schreibe ! 'Edieses beim Aufstehen, hernach würde ichs Wnicht können. GOtt ist in allem gut und lie-benswürdig. Mein Geist und Körper hungertnach Ruhe; aber in dieser Zeit solche zu sin- ^den, wird mir immer mehr alle Hoffnung Kabgeschnitten. - M