Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
258
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Der io8te Brief.

Trost und Unterricht an ein beunruhigt versuch-tes Gemüth, wie es sich selbst mißtrauen,und im Aeußern dem Rath guter Freundefolgen mäße.

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Vielgeliebte und werthgeschätzte Schwe-ster in der Gnade!

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ILeide eure Schreiben sind mir wohl ge-^ worden. Euern Leidens - und Ver-

suchungsstand Hab' ich mit sehr vielem Mit-leiden daraus ersehen, erwogen und vorden HErrn gebracht. Er, der HErr kanneuch helfen. Nicht von euch selbst, nichtvon einigem Geschöpf, nicht von dieß und das,sondern nur von 7wm, müßt ihr eure Hülfeerwarten. Ich bekenne es, ihr habt es schwerund sauer: aber haltet Muth! Werfer dasVertrauen nichtweg! Es muß so gehen! DasEnde wird Friede seyn! Daß ihr von euernliebsten Freunden denkt: daß sie öfters nichtEinsicht genug von euerm Zustande hätten,verwundert mich gar nicht: weil euer Herzvon dem HErrn selbst (der doch die wesent-liche Liehe ist) nicht denkt, oder denken kann,daß er euch mit so viel Liebe und Erbarmenansiehet und behandelt als er thut. Nur derschwarze Schleier des Unglaubens, der euch

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