Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
228
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228 Geistliche Briefe.

Allerdings siehst du zu viel herum, beschaff-tigest dich nur mit dir selbst, und das istElend. Nichts als Armuth, Unvermögenund Elend bist du; du bist nicht erst heuteso geworden. Stimme getrost dieser Wahr-heit bei; willige in dein Nichts, und singedem HErrn ein Halleluja, daß Er allein gwßund gut ist: Er ist es; auch deinem Her-zen hat er sich ehedem als einen solchen be-kannt gemacht. Nichts anders wirst du ihmnachsagen können in Ewigkeit. Was solldann das stäts wahrende leidige Besehendeiner selbst und Beschäfftigen mit dir selbst,als wenn du selbst dein Erlöser wärest? ^ Laßdich selbst als eine unwerthe Sache möglichda, um dich nur mit dem , auch im Dun-keln, ja in der Hölle gegenwärtigen, gro-ßen und guten GOtt zu beschäftigen ohneBeschäftigung. Hat er dir vorhin gege-ben Licht, ^Geschmack, Gnade zur Einkehr,,und andere Schönheiten? Nun, das warja sein; gib es ihm, obne Klagen, wieder,und stimme getrost Hiobs Gesang an: DerHErr hars gegeben, der HErr harsgenommen, der LTlame des HErrn seygelobet! Die ganze Natur geht uns darinvor. Bald werden alle Blumen, Felderund Wälder ihre Blätter und Schönheitdem Schöpfer wieder geben, und ihre Nackt-heit und Blöße eben das ausrufen, wasHiob that. Tag und Nacht, Sommer undWinter lobe den HErrn!

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