IV. Theil. 9Zster Brief. 227
A, Dein langwierig leibliches Kränkeln und»kW Leiden sammt der großen inneren Entblößung,- Dunkelheit und Druck, rühren gewiß meinM. Gemüth in herzlichem Mitleiden. Wie viel^ mehr wird unser mitleidiger Hoherpriester dich^ mit mütterlichem Mitleiden ansehen, tragenund dich durchhelfen, da es eben seine weiseW Hand ist, die dir täglich deine abgewogeneKreuzesportion zutheilet, und dich der Ge-^ meinschaft seiner Leiden würdiget. Die Son-' ne macht alles schön; jetzt hat sie sich dirverborgen. Du bist im Dunkeln, dakommt uns alles schwarz, zweifelhaft undfürchterlich vor, sonderlich wenn man vielherum siehet. Ja, in der dunkeln Nachtkommen alle Nachtvögel und böses Ungezie-fer hervor, so sich beim Sonnenschein ver-. krochen hatte, aber darum nicht todt war.l. Mache dir, meine Schwester, nun selbst dieM Zueignung!
Aller der Jammer, und das Elend, und.Wjs Verderben, worüber du jetzt so kläglich thust,war auch vorhin in deinem Hause; nur hattees sich vor der Sonne versteckt. ManchesAM bildest du dir jetzt auch ein, im Dunklen zusehen, welches wirklich nichts ist. Schließnur getrost deine Augen; vielleicht gibts dec^ HErr, daß du in solcher Nacht kannst ein-schlafen in den Armen der Gelaßenkeit, undUeberlaßung an GOTTes unumschränktesWohlgefallen.
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Aller-