Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
137
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IV. Theit. 57ster Brief. IZ7

^ Dann wird ein jeder seine eigene Antwort imGewissen finden.

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Die große Gnade, daß man gewürdigetwird, in die Bekanntschaft, Umgang undGemeinschaft rechtschaffener Kinder GOtteszu kommen, wird selten gebührend geschähet,und nach GOttes Zweck angewandt. Solange man in der ersten Liebe stehet, undfein klein und einfältig wandelt; so langegehts herzlich zu, obgleich kindische Schwach-heit mit unterläuft. Hernach wird man klug,findet an dem einen dieß, an dem andern je-nes zu tadeln, woraus Zank, Lieblosigkeitund Verfremdung folget, weil uns wenigeoder keine nach unserem Dünkel recht sind.Man wird groß bei sich selbst. Es heißt:Deiner könne es doch dem andern geben;man zerstreue sich oft mehr, als daß mansich erbauen sollte. Man wolle sich alleinzu Gd)lt und zum Geberb halten, und dieandern alle lieben und GGrr befehlen.Ein jeder müße seinen weg gehen. Ja,ja, schön gesagt, schlecht geübt? Hat der Wolfnur einmal das Schäflein von der Herdeallein in der Wüste, dann wird er schon wis-sen, damit umzuspringen. Andere bedienensich der Gemeinschaft mit GOttes Kindernnicht recht zu eigener Förderung und Nutzen:man zerstreut sich wirklich mit ihnen; man ver-wahret sein Herz nicht, wann man bei ihnenist; oder man hält sich mit den Fehlern undI; Schwach-