;6 Geistliche Briefe.
keit ist unser Vaterland, da wir zu Hausegehören. Wir würden nimmer heim kom-men , wenn uns GOtt nicht seinen Sohngeschenker hatte, der gekommen ist, um zusuchen und selig zu machen, was verloren ist.In dem süßen Namen dieses IElu ist unsnun GOtt so innigst nahe in unseren Herzen.Er versalzet uns die Welt, und macht unsalles a> ßer ihm zuwider. Er ist es, der inuns euren Hunger erwecket, und eine innigeSehnsucht nach ihm und seiner inwendigenGemeinschaft und Vereinigung, und begegnetuns mir unverdienter Gutheit, Freundlichkeit,und mit einem Vorschmack seines Friedens,um uns an sich zu locken, und Muth zu ma-chen in den Leiden, und in der Verlaugnungaller Dinge. O wie so gut und gnädig istder HErr gegen arme Sünder, die sich zuihm nahen!
Es ist deßwegen gewißlich von GOtt, ge-liebte Schwester! und gar kein Betrug undGefahr dabei, wann ihr bisweilen in euermInwendigen eine süße Stille, ein Wohlseynund einen tiefen Frieden gewahr werdet, ohnesonst etwas zu wissen, zu können und zu wol-len. Diese heilige Allgemembeir des Ge-beths fasset in sich alle Oesonderheiten, diewir betben und verrichten können. Die sinn-lichen Vorwürfe, und unsere eigene Wirksam-keiten und Gedanken, können wobl unsereSinnlichkeit rübren, und dem äußern Men-schen eine vorübergehende Ergötzlichkeit ver-ursachen:
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