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Bd. 2 = Th. 4 (1799)
Entstehung
Seite
57
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IV. Theil. Liste» Brief.

Ursachen: aber, wann der Grund des Herzenstief befriediget und vergnüget wird, das kannGOtt allein durch sein Hinzunahen wirten;daher kommt es auch, daß ihr diese Fassungnicht immer habt. Wenn ihr selbst euch die-ses Wohlseyn und diesen Frieden geben odermachen könntet, dann würdet chrs ja immerhaben; auch hat es so was Göttliches bei sich,daß die Seele für die Zeit gar nicht zweifelnkann, daß es nicht GOrr sey, der ibr naheist: aber, wenn sie wieder zu sich selbst undins Ueberlegen kommt; bann sollte sie zweifelnkönnen, weil mehrentheils die Sinne nichtviel davon mitkriegen.

Die falsche Ledigkeit oder Müßiggangbestehet darin, wenn'ein Mensch eigenmäch-tiger weise und aus Trägheit im Gebethnichts thun oder denken will, da er doch nochmit Wissen und Willen an der Welr, Krea-tur, und sich selbst fest ist, auch GOttesNah-heit und Wirkungen nicht erwartet noch er-führet. Diese görrliche Ledigkeir und Stillehingegen ist gewöbniicb begleitet mit einemallgemeinen Eindruck von GOtt, mit einersüßen Ehrerbietung vor GOtt, und mit einemFrieden und Wohlseyn, das alle Welt nichtgeben kann. Und gesetzt, daß die Seele diesesnicht allezeit so vergnügt und merklich spürte,so wird sie doch die Frucht dieses göttlich stil-len Gebetbs hernach spüren können: indemes in ihr zurück läßet eine große Abneigungvon allem Geschaffenen, eine HochachtungD ; GOttes