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IV. Theil. itzter Brief.
Anfangs so gesehen und gefühlet hättest, wiejetzt, dann hättest du vor Muthlosigkeit denWeg nicht angefangen; darum gab dir GOttdamals seine süße Liebesmilch zu trinken,und erhielte dir den Muth und das Ver-mögen, bis seine Liebe dich fest hatte. Wenndu aber auch dein erstes Gutes, deine Em-pfindlichkeit, Geschmack und Vermögen be-halten hättest, dann würde GOtt feine Ehrenicht an dir bekommen, sondern die eigeneAnmaßung und das subtile Selbstgefallenwürden alles Gute verdorben haben; davonwill dich GOtt jetzt reinigen, welches ohneWehrhun nicht hergehet.
Z. E. Du schreibst von der unordentlichenLust im Essen und Trinken. In dergleichenEnthaltungen kommt die eigene AnmaßungUnd Selbstgefälligkeit: um uns nun davonzu reinigen, muß man schmerzlich erfah-ren , daß man sich selbst weder von diesernoch von einiger andern Lust erlösen könne,damit man arm und mühselig in die Gnadehinein sinke, daß GOtt selbst alle Lust undLiebe gefangen nehme. In der Leichtigkeitund Vergnüglichkeit des Gebeths kommt dieeigene Anmaßung; man kann si b sammelnund GOtt finden ohne einige Bemühung undmit allem Plaisir, daß einem keine Stundezu lang fället. Hernach gehts gerade anders;man kann sich bei aller Bemühung der Phan-tasien nicht entschlagen, noch das Gemüts)zur Andacht bringen, welche Andacht einem
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