4Z4 Geistliche Briefe.
Natur und Vernunft dabei wagen. Dieses Ekann ich überhaupt sagen, weil du dich auchnicht speciell erklärest, worin die Sache be-standen, so mir auch vielleicht zu wissen nicht ' /nöthig ist. Lerne dich dann als ein wenig "schicken und beugen, und aus deiner innerenBeschäfftigung mit GOtt so viel süße Kraft ^schöpfen, daß alle herbe, verdrießliche Kräfteder Natur besänftiget und verbindlicher werden, fIch danke deswegen dem HErrn, daß ^er dir einen Herzenshunger und stille Nestgung gibt zur Vereinigung mit seinem Wist Wlen, und zur Einsinkung und Verlierung indas Meer seiner Liebe. Folge nur ohne Be- Hdenken dieser allgemeinen und dunkeln Nei-gung , die doch Herz und Neigung von al- k»lem Geschaffenen abziebet, nnd dem Geist Hinauf eine geheime Art Nahrung und Kraft aus :m. ^seinem Ursprung einflöffet, ob man gleich nicht im>so darüber raifonniren kann. Es ist wohl ckn;wahr, daß der innere Wille sich aufrichtig Hm.von allem scheiden muß, ehe er sich gründ- M!lich mit GOtt vereinigen kann: es ist aber Uauch wahr, daß GOtt uns vielfältig zuvorkommt, und durch einen gnädigen Zug zu sei- Hiner Vereinigung anlocket, und daß das kind-liehe Folgen dieses Zugs der beste und leichtesteWeg ist, wahrlich von allem geschieden zu ^werden. Wage dich dabei, lieber Bruder, Mund sey bei aller Erfahrung deiner Elenden ^getrost in GOtt! Wir werden umsonst undedelmüthig geliebet; laset uns umsonst und «^