Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
390
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zyo Geistliche Briefe.

Nun, ich schreibe zu viel mit krankemHaupt, da nur grüßen wollte. Drei oder ^viermal habe Tage gehabt, da ich gedachte,die Natur Härle unter der Schwächung und ^Kränkung des Gehirns erliegen mäßen. Meistgebe und stehe doch noch, wie wohl auch einenTag habe liegen mäßen. O wie gut ist GOtt! ^und wie gut ist alles, was er rhut! Wir sind 'nur berufen und erwählet, daß wir seine An-bether, und Anbether seiner Wege und Werkeseyn sollen. Kinder raisonniren kurz: Ja, "EDaker! denn also lst es woblgesällig vor dir. ^

Auf dasjenige, was du von dir selbstschreibest, sage ich nur: Es ist so gut, lieberBruder, daß du suchest vergnügt zu seyn mitdem, was der HErr gibt oder nicht gibt.

Wer nichts will als GOtt, der ist nie ohneGOtt, und nie außer seiner Führung. Es V?ist wahr, nach einem Theil ists noch sehr ver- Mmischt: jetzt aber ists genug, alles Fremde, »bmwas im sinnlichen oder unteren Theil vorgehet, Mnicht sonderlich zu besehen, es einfältig nichtfür das Seinige zu erkennen, und so wieder Eiverschwinden zu laßen; so schafft es noch von M-hinten nach Nutzen: man lernt sich kennen; ^der Wille wird gebrochen; der innere Mensch .wird unvermerkt vom äußeren geschieden, undman wird allgemach eine geheime Beruhigungund Zufriedenbeit gewahr, die der SeeleNabrung, Kraft und Leben mitrheilet; obn-erachtet es nicht allemal so wahrnehmlich ist,wie vorhin.

Grüße