zg6 Geistliche Briefe.
z. E. Bruder N.) deine Unzufriedenheit mer- i»Ek'et, und es auch gerne ändern sollte, wenn Eers nur wüßte. In solchen Fällen, sage ich,ists am beßten, daß du davon so bescheiden "redest, als du kannst; nicht zwar Hauptfach- Mlieh und allein, daß du Erleichterung bekom- ^men mögest, sondern ein größeres Uebel desArgwohns und der bitteren Wurzel vorzu- HMbauen; und, damit ein anderer nicht auch ß lleNorh bekomme, der uns leiden stehet, und »lß>nicht weiß, womit er helfen soll, weil wir D! d«verschlossen sind. da
Aber alles und jedes zu sagen, was einenquälet, und was einem nur Verdrießliches ^ 'von andern in Gedanken beigebracht oder ^ Mvorgesteller wird; oder, wo es ein anderer, ^nach unserm Bedünken, oder auch in der ^Wahrheit, nicht recht macht, da würde kein ^Ende seyn, und öfters das Erklären von. ,einem puren Nichts ein wirkliches Leiden " °machen; denn die herben Kräfte sitzen in uns.Wann nun diese das leidende Gemüth um-treiben , da kommt einem alles verdrießlichvor; und wo eins aus dem Weg ist, da istschon wieder was anders da.
' Ueberhaupt ists also in den mehresten undkleinen Proben besser, du duldest dich nurwas; so verschwindet manches, ohne davonzu reden, und hernach sehen wirs im andernLicht ein. Es ist gewiß, daß andere (in ssecleBruder N.) dir nicht mit Vorsatz zu leiden
machen