Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
382
Einzelbild herunterladen
 

zg2 Geistliche Briefe.

Leibesschwächlichkeit ansehe. Was soll ich ^sagen? Ich kann einmal dir nicht sagen: E^leig berad vom Rreuz! Keineswegs! Esondern halte aus mit möglichster Ruhe und WVertrauen! Dieß ist der Weg; des HErrnHand ist in dem allem, und unterstützet im MVerborgenen. Ueber ein Kleines wird kom- , 2men, der da kommen soll, und nicht verweilen. D>Unser Abriß, den wir uns Anfangs vom DiChristenstande machen, ist ziemlich Mangel- Vhast; wir vergessen öfters die Kreuzstriche. MWir wollen leiden, o ja! aber als Helden, disnEs soll kein verächtliches Leiden; es soll kein Mso unbilliges seltsames Leiden; es soll kein Neinso gar peinliches oder dunkles Leiden seyn; es s!soll nicht von der Seite kommen. Wir wol- Mlen leiden, aber nicht das, was wir leiden: Malles andere Leiden kommt uns erwün'cht Mdvor, ausgenommen das Leiden, so wir baben. MKurz! wir wollen gar nicht leiden, und auch m;das nicht mit Geduld leiden, daß wir uns undso unleidsam finden. war

LourLZe! mein Bruder! im Leiden ler- Wnet man leiden; und wann die Widerstrebung Aq>sich todt gearbeitet bat, dann schmücket derGeist die süße Frucht, die aus der bittern chmWurzel hervor wächst. O! zarter, reiner, Ül>e,

und innigst rubiger Geschmack des Geistes, kanso aus Kreuz und Leiden geboren, und nicht Uso leicht, wie andere süße Mittkeilungen, da§von der Eigenliebe verdorben wird! Es wird i;,einem zwar, wanns darauf ankommt, alles w«

dun-