Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
347
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Der ii2te Brief.

An einen Kranken; daß die ihm wiederfahreneGnade von GOtt sey: nebst einigen Derhal»tungsregeln in Ansehung seines Inwendigen.

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In IEsu herzlich geliebter Bruder!

c^ch sehe aus deinem sonst Angenehmen denO Zustand deiner Krankheit, und auch dieIm! Beschaffenheit deines Gemüths.

Die Gnade, womit dir GOtt unter denFiebern inwendig begegnet, ist gewiß vonihm; du hast keine Ursache daran zu zweifeln.Die dunkle Stille und geheime Beruhigungnach dem Grunde hat ihr Zeugniß genugsambei sich, daß etwas Ewiges und Göttlichesdem Geiste nahe ist, nämlich GOrr selbst,unser höchstes, ewiges, allvergnügendes Gut.

Du thust wohl, daß du deine Attention^ und Neigung möglichst abgeschieden und zurEwigkeit gelenker hältst; wie solches auch deinjetziger Ruf und Neigung erfodert. Nurstrenge dich nicht mit zu vieler Gewalt an,um dich in diese oder jene Stellung zu setzen.Genug! daß Herz und Andacht nichts will,als was GOtt und ewig ist. Uebrigens schmie-gest du dich nach GOtt, und nimmst an dieGestalt, die Neigung und ihn selbst, sowiees ihm gefallen möchte. Die Ausstreckung^ deines