zo6 Geistliche Briefe.
Namen bei jetziger Gemüthsbedrücktheit undLeiden aus! Mich deucht, mein Herz sagtmirs, lieber Bruder, daß solcher Weg gegen- !wärtig nöthig und nützlich sei). Es ist wohlwahr, daß man nichr auf sich selbst sehen, Ajsund den Grund seines Heils und Vertrauens - >nicht in sich selbst und seinen eigenen Peschas- Ofenheiten setzen müße; auch ist es gut, daßman (wann GOtt Freiheit und Vermögengibt) Herz und Gemüthsauge sanft und ^vertraulich über sich selbst zum HErrn erhebe,und der natürlichen Kleinmüthigkeit nicht zuviel nachhänge: allein, wann GOtt will,daß wir uns selbst sehen und fühlen sollen, Mdann helfen die schönste Regeln vom Selbst- I>vergessen wenig; und, wann er unsere Flügelbeschneidet, dann hilft kein Trachten zum Auf- chfliegen. Man muß sich schicken und bücken,so gut man kann, bis GOttes Stunde kommt, tztzAus der Herzenskleinheit wächst endlich das Wreine Vertrauen zu GOtt. Doch du weißt «ses selbst wohl, was ich so dahin schreibe. «
— — Gedenke meiner; ich thue mit «ß,GOtt ein Gleiches. O
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Mülheim, verbundener schwacherden 7. Iun. 1748. Bruder.
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