244
Der 76ste Brief.
Gedanken über einen Verstorbenen. Auf was MWeise ein jeder seinen Ruf erkennen, und das WZiel seiner Berufung erreichen müße.
In der Gnade IEsu vielgeliebterBruder!
Nachricht vom plötzlichen Hingang^ nnsers Freunds N. hatte ich nicht nurschon von weitem mündlich bekommen, sonderndie Witkwe des Verstorbenen berichtete mirsauch mit der Post; worauf jetzt antworte,und auch den nachgebliebenen Kindern einWort zur Erinnerung gebe, weil mir selbigeso sehr anliegen: dennoch war mir auch deinBrieflein angenehm, weil ich daraus einigenähere Umstände von diesem Absterben erse-hen können.
Die ewige Liebe wirds gut mit ihm machen.In des Vaters Hause sind viel Wohnungen;und nicht alle Gefäße in einem Hause sindvon einerlei Gattung und Würde; doch allehaben ihren Gebrauch. Dieser liebe Verstor-bene hat sein Gutes gehabt, welches zu lieben,zu achten und nachzusolgen ist. Uebrigens kannsich ein Kind GOttes nicht in allen Stückennach dem andern abmessen. Mich deucht,wenn wir der Uebung des Gebeths und stillenWahrnehmung des Herzens obzuliegen nicht
ver-
Ä
sff
i!N