242 Geistliche Briefe.
nur verdoppelt, mürrisch und verdunkelt wird, Dund nach GOttes Absicht vom Gegenwärti- ^gen den rechten Nutzen nicht hat, und doch AÜdarin aushalten muß.
Wir sollen alle Manchfaltigkeit und alle BGelegenheit zur Verstreuung und Abziehungmöglichst meiden und entweichen; das wird lllaber nicht zu aller Zeit, noch einem jeden ver-gönnet. Wir müßen manche Schule durch-gehen ; und da muß mans machen, wie ge-sagt ist. »
Alles GOtte thun mit inniger lauterer vAbjlcht, das ist die rechte Goldmacherkunst, "da ein jeglicher Koth (daß ich so rede) unter „unserer Hand in das feinste Gold eines wah-ren GOtresdienstes, und der bitterste Wer- j>muth in süßen Zucker verwandelt wird. Die ßliebe Noth hat mich seit vielen Jahren auf diese LSpur gebracht, mein Bruder! wiewohl ich !noch ein Stümpler bin. Getrost denn nuruns selbst dabei gewagt! Was ist an unsgelegen? Wird nur unser GOtr und Freundcontentiret, und auch in uns geliebt und ge-ehret, dann mags über den alten Esel immerhergehen. Der Geist dringe und senke sichunter allem nur so viel inniger in seinen Ur-sprung hinein, bis die Fessel dieses elendenLeibes und Lebens vollends abfallen!
Nun ich schreibe wieder aus Liebe zu viel.Sollte und wollte hiedurch nur berichten, so-wohl an dich und deine Mutter, als auch denlieben Bruded 9k. zu Frankfurt, daß es
GOtt