218 Geistliche Briefe.
gelanget? i) Die Selbstliebe, woraus Ver- ^trauen auf sich selbst, Besehen seiner selbst, ^Sorge für sich selbst, und Muthlosigkeit we- ^4gen seiner selbst entstehen. 2) Die Zärtlich-keit, um welcher willen GOtt viele Seelen Enicht recht darf angreifen, aus Furcht (mensch- f!"lich zu reden,) daß sie zur Welt wiederkehren, iB ^oder durch Muthlosigkeit verderben möchten. ^"7woran liege es, daß, wenn man einiger S'maßen dahin gelanget, man nicht in JE-su Christo bleiber? Eben an der Selbstliebe Aund ihren Früchten; denn stehe, lieber Bru- » Mder! durch die Liebe gehen wir in eine Sache Än,ein; durch die Kreaturliebe in die Kreatur,durch die Selbstliebe in uns selbst, durch die »rLiebe GOttes in GOtt. Darum liebe, so Mwird dir geholfen. Aber, wie komm ichdahin, daß ich liebe ? Antwort. Durch l«!Lieben, durch Bethen und durch Warten.Aber, ich fühle keine Liebe GVcres, son- ^dern nur Selbstliebe, und finde mich ge- "lUjfangen in mir selbst. Antwort. Bekennedein Nichts gerne; trage dein Elend vorGOtt mit süßem Vertrauen, und denke mehran GOtt, und wie du ihn, den unendlichguten und großen GOtt lieben und loben sollst,als an dich selbst und an deine Elenden, sel-bige zu beklagen.
Dieses Wenige, lieber Bruder! schreibeich in Eil: vielleicht ist dirs nicht genugsam.
Es ist wahr, ich könnte dirs begreiflichervorstellen, und distmcter antworten: aber
eben