Igo Geistliche Briefe.
einfältige Glaube der Liebesgegenwart GOt-tes muß der Grund deines Gebeths seyn;und das Wesentliche des Gebeths ist die ge- ^Heime innige Neigung im Grunde, diesem MiGOtt zu dienen und ganz ergeben zu seyn. BDas darfst du nicht suchen oder machen; MGOttes Geist hats in dich gelegt. Dieser ^Grund öffnet sich sanft und unvermerkt inder Gegenwart GOttes, u. s. w. Kannstdu nicht dazu kommen, sondern wirst, wie s bdu sprichst, als oben gehalten, es sey nun W,durch flatternde Gedanken, oder Versu- W,!chungen, oder auf andere Art; so suchest dueben, unvermerkt und ruhig dein Aeugleindavon ab- und zu GOtt zu kehren. Ist ^solches ein- und andermal geschehen, unddu kannst ihm nicht entkommen, dann leidedich , und bleibe vereinigt mit diesem WillenGOttes; brauche auch weiter keine Gewalt, ^demselben entsinken zu wollen, als nur,daß du bisweilen ein süßes Liebesblicklein aufden gegenwärtigen Freund thuesi, so wie dukannst. Bleibt es dann gleich die ganze Zeitdürre, verstreut, ja voller Versuchungen; g,so stehe dennoch wohl vergnügt aus dem unGebeth auf, und danke dem HErrn, daßsein süßer Wille an dir vollbracht sey; ^denn an uns ist nichts gelegen, wenn nur ^unser GOtt vergnügt ist. Den Tag übersuche es eben so zu machen; ich will sagen: ^Laß die Liebesgegenwart GOttes dein ^Haupt- oder vielmehr Herzenswerk seyn, ganz ^ §
unge-