Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
164
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164 Geistliche Briefe.

Andenken und den Umgang mit dem Herzens-freunde versäumet, und euch bisweilen inunnöthige Reden und Zerstreuungen einlaßet,die das Gemüth vom HErrn entfernen, wenngleich eigentlich nichts Böses dabei ist.

Weil ich nun wußte, daß euer Mannjetzt nicht zu Hause war, da dachte ich:Vielleicht hat die liebe Schwester jetzt nochwohl was weniger Unruh, und was mehrGelegenheit, sich im Gebeth und in der stil-len Zukehr zu GOtt zu üben. Das opferteich dann GOtt auf, mit Bitte, er möchtesolches erinnern, und diese Zeit und Gelegen-heit recht gesegnet seyn laßen, rc.

Siehe, liebe Schwester, dergestalt Habich in der Einfalt meines Herzens an euchgedacht, und also sehe ich euren Zustand ein.GOtt gibt mir auch ein Herz, euren innernund äußern Zustand Seiner Majestät vielaufzuopfern; denn ich wünsche nichts mehr,als daß ich euch ganz für GOtt sehen möge.Seyd getrost in unserm süßen Heilande, dereuch gewiß helfen wird. Denket viel an seineNahheit, Liebe, Allgenugsamkeit, Allmachtund Treue; denket aber wenig an euch selbst,aber am allerwenigsten an die Welt, undan das, was in der Welt ist und geschieht.GOtt stärke und segne euch in euern jetzigenUmständen und Zustand, Amen!

Grüßet auch die l. Schwester N. Siemag dieses auch für sich lesen, da keine Zeithabe ein mehrere^ zu schreiben. Wann ihr

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